< Jakob Auer: Dramatische Einkommenssituation der Bauern erfordert echte Hilfe und keine Mogelpackung

Auer: In Zukunft verstärkt auf Vermarktung agrarischer Produkte setzen

Bauernbund-Präsident: Weiterentwicklung der Bauern von Ernährern zu Erklärern


ÖVP-Klub/Sabine Klimpt

Unsere Bäuerinnen und Bauern sind Profis in der Produktion. So ernährt heutzutage ein österreichischer Landwirt 102 Menschen. 1970 waren es gerademal 12. Der Selbstversorgungsgrad liegt in unserem Land bei 96 Prozent. Die heimische Land- und Forstwirtschaft produziert Güter und Dienstleistungen im Wert von ca. 8,9 Milliarden Euro. Insgesamt werden durch diese Form der Wirtschaft am Land rund 530.000 Arbeitsplätze gesichert. "Derartige Effizienzsteigerungen würden bei jeder anderen Firma zu Lobesbekundungen führen. Die Bauern aber werden weitgehend immer noch als 'Vermögende' abgestempelt statt als wertvolle Auftraggeber", fordert Bauernbund-Präsident Abg.z.NR Jakob Auer in seinem heutigen Eröffnungsstatement anlässlich der ÖVP-Klubenquete "Land- und Forstwirtschaft 4.0" auch eine entsprechende Richtungsänderung: "Wir Bauern werden neben den Ernährern auch verstärkt zu Erklärern."  


Die Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft zu einem modernen Wirtschaftszweig braucht zudem eine neue Ausrichtung auf Vermarktung und Vernetzung. "Glaubten wir wirklich, dass allein unser Fleiß und unser Einsatz auch am Wochenende die Anerkennung für unsere Arbeit sichert? Während wir uns auf die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln konzentrierten, haben andere Stimmung gegen uns gemacht", sieht Auer Handlungsbedarf nicht nur in einem verbesserten Verständnis für die Arbeitsbedingungen der Bäuerinnen und Bauern in der öffentlichen Wahrnehmung sondern auch in neuen und effizienteren Vermarktungsstrategien. "Es muss klar sein, wohin und zu welchen Bedingungen wir unsere Produkte verkaufen können", setzt der Bauernbund-Präsident daher verstärkt auf Exportinitiativen und regionale Vermarktung wie etwa durch AMA-Gastrosiegel, heimische Qualität in Großküchen und Ausweitung der Vergabekriterien bei der Bundesbeschaffung.


"Unsere Landwirtschaft ist jung und weiblich", weist Auer auch darauf hin, dass wir mit einem Anteil von 12 Prozent an Betriebsführern unter 35 Jahren in Europa auf Platz zwei liegen und 40 Prozent der heimischen Höfe von Frauen geführt werden.  "Unsere Bäuerinnen und Bauern gehen mit der Zeit, was den technischen Fortschritt betrifft. Technologisierung und Digitalisierung erleichtern Arbeits- ebenso wie Vermarktungs- und Vernetzungsabläufe. Wer auch immer sich für moderne Landwirtschaft einsetzt, ist beim Bauernbund und bei der ÖVP gut aufgehoben", schloss Auer.  

 


Fotos der Veranstaltung können nachgereicht werden bzw. finden sich nach Ende der Veranstaltung auch auf der ÖVP-Klubseite: www.oevpklub.at  

 


Rückfragehinweis:

Martina Kern

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