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Auer: Wir müssen bei der Vermarktung der bäuerlichen Produkte besser werden!

Vortrag über gesellschaftliche Entwicklungen und agrarpolitische Antworten anlässlich der Schweinefachtagung in Wels


(c)Bauernbund/Schrittwieser

Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren qualitativ hochwertige Produkte und das auf nachhaltige Weise und mit viel Innovationskraft. Dennoch ist die Stimmungslage sowohl im Agrarbereich als auch in der Bevölkerung alles andere als rosig. Um die Akzeptanz der bäuerlichen Produktionsweise und die Wertschätzung der heimischen Lebensmittel zu erhöhen, ist für Bauernbundpräsident und ÖVP-Agrarsprecher Abg.z.NR Jakob Auer die Vermarktungs- und Absatzebene verstärkt in den Fokus einer professionellen Marktbearbeitung zu stellen. "Wir müssen alle gemeinsam dafür sorgen, dass ein reales Bild der Arbeits- und Produktionsbedingungen der Landwirtschaft in der Gesellschaft entsteht. Die heile Welt der lila Kuh gibt es nicht", sagte heute, Donnerstag, Jakob Auer im Rahmen seines Vortrages bei der Schweinefachtagung anlässlich der Wintertagung des Ökosozialen Forums in Wels.


Auf die Landwirte kamen in den letzten Jahren aufgrund zahlreicher Reformen – wie etwa der Gemeinsamen Agrarpolitik – neue Herausforderungen zu. "Auch die Bürokratie ist in der neuen Förderperiode leider nicht weniger geworden", zeigte Auer Verständnis für die Verunsicherung bei den Bauern. Zusätzlich hat das Russlandembargo zu massiven  Markteinbrüchen wie etwa auch im Schweinebereich geführt. "Zu all dem kommt die hohe Dynamik der gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft", verweist der ÖVP-Abgeordnete etwa auf sogenannte Tierschutz-Kampagnen, aber auch was den Einsatz von Pflanzenschutzmittel betrifft.  "Hier gilt es gezielt Antworten zu geben: Denn es kann nicht sein, dass die 'Fordernden' immer die Guten, und die 'Durchführenden' und 'Erfüllenden' immer die 'Schwachmatiker' sind", so Auer.

 

Marktentlastungsmaßnahmen und mehr Transparenz bei Preisbildung


Neben eine umfassenden Analyse des agrarischen Ist-Zustandes nannte Auer auch notwendige Maßnahmen, um den heimischen Agrarmarkt weiter anzukurbeln. "Denn es wird zu wenig sein, nur die Produktion im Focus zu haben und Vermarktung sowie Absatzförderung anderen zu überlassen", ist Auer überzeugt.  Daher erinnert der Bauernbund-Präsident an seine Forderungen nach Installierung einer Exportagentur sowie einer Agrarmarkt-Control. "Beides ist in konkreter Umsetzung und wird mittlerweile auch auf europäischer Ebene unterstützt", zeigt sich Auer erfreut.

Mit der Einrichtung einer Exportagentur sollen Vermarktungsstrategien bzw. Veterinärfragen mit Drittstaaten von einer Stelle aus gebündelt koordiniert und verhandelt werden. Die Agrarmarkt-Control wiederum soll als neue Regulierungsbehörde Transparenz bei der Preisbildung und die Möglichkeit eines Klagerechtes nach dem Unlauterer-Wettbewerbs-Gesetz schaffen. "Wenn die Erzeugerpreise im Keller sind und eine ordentliche Preisbildung ausgesetzt sind, muss die Politik handeln und dafür sorgen, dass Verhandlungen wieder auf Augenhöhe geführt werden können", so Auer. Auf europäischer Ebene begrüßte der ÖVP-Abgeordnete die Exportinitiative von EU-Agrarkommissar Phil Hogan ebenso wie die Ankündigung zur Bildung einer Task-Force für Agrarmärkte sowie den Einsatz von EU-Abg. Elli Köstinger für die heimischen Bäuerinnen und Bauern.

 

Heimischen Absatzmarkt ankurbeln


Große Chancen, die es noch stärker zu nutzen gilt, sieht der Bauernbundpräsident zudem im Verkauf am heimischen und regionalen Markt. "Die Menschen wollen gesunde Lebensmittel und diese gibt es in großer Vielfalt und Qualität vor der eigenen Haustür", sieht Auer im neuen Vergaberecht, das künftig auch bei Lebensmitteln das Bestbieterprinzip vorsieht, einen wichtigen Schritt den heimischen Absatzmarkt anzukurbeln. Unterstützung kommt von Auer auch für die Forderung nach einer Herkunftskennzeichnung von Fleisch und Eier in der Gastronomie.

 

 

Rückfragehinweis:

Martina Kern

Parl. Mitarbeiterin für Pressearbeit von

NR Jakob Auer / NR Franz Eßl

NR Manfred Hofinger / NR Nikolaus Prinz

01/40110/4679

Martina.Kern@parlament.gv.at