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Gahr: Fortbestand der Biomasse-Anlagen hängt jetzt von SPÖ-Bundesräten ab

70 Arbeitsplätze und drei Millionen Wertschöpfung in Tirol gefährdet


(c) Sabine Klimpt

Klimafreundlicher Ökostrom oder Atomenergie: Zwischen diesen beiden Alternativen müssen am 14. Februar die SPÖ-Bundesräte entscheiden. Nach der 2/3 Mehrheit im Nationalrat, braucht es jetzt die gleichen Mehrheitsverhältnisse, um den Fortbestand von 47 Biomasse-Anlagen in Österreich zu garantieren. Ohne Übergangslösung müssen diese mit Ende 2019 schließen. In Tirol sind konkret drei Biomasseanlagen und 70 Arbeitsplätze in Gefahr. „Diese KWK-Anlagen beliefern 7.497 Haushalte in Tirol und liefern den Regionen eine Wertschöpfung von drei Millionen Euro. Das steht jetzt auf dem Spiel“, sagt ÖVP-Abgeordneter Hermann Gahr.

Der Tiroler richtet noch mal einen Appell an alle SPÖ-Bundesrate und besonders an den Tiroler-Vertreter Stefan Zaggl, in der nächsten Sitzung für die Ökostromnovelle zu stimmen: „Hier geht es nicht um Parteiinteressen oder politische Intrigen, sondern um Arbeitsplätze und eine klimafreundliche Energiewende“, betont Gahr.


Wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf

Wenn Ende 2019 dann bei 47 Anlagen in Österreich die Lichter ausgehen, muss Strom aus dem Ausland zugekauft werden. Österreich kann alleine die Mehrleistung nicht aufbringen. „Es hängt jetzt wirklich von den SPÖ-Bundesräten ab, ob die Ökostromanlagen in ihren Gemeinden und Ländern weiter bestehen oder ob wir auf Atom- oder Kohleenergie aus dem Ausland zurückgreifen müssen. Das kann nicht das Ziel sein, dass wir klimafreundliche Energie und Wertschöpfung in unserem Land blockieren und damit die Atomindustrie unterstützen, nur um einer Parteilinie zu genügen“, ruft der Tiroler in Erinnerung.

2/3 aller Ökostromanlagen stehen in SPÖ geführten Gemeinden, dort werden 3/4 der Energieleistungen produziert. „Die SPÖ-Funktionäre sind auch selbst mehrheitlich von der Schließung der Biomasse-Anlagen betroffen. Sie wissen genau, was es für ihre Regionen bedeuten würde. Als Volksvertreter hat man auch eine Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürger“, so Gahr abschließend.