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Gahr zur Rückkehr der Wölfe: „Gefahren werden unterschätzt!“

Petition für ein wolfsfreies Tirol ist erster wichtiger Schritt


(c) Privat

Wölfe waren in dieser Woche wieder Thema in österreichischen Tageszeitungen. In zahlreichen Artikeln wurde ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch, Weidetieren und Wölfen propagiert. Vermeintliche Lösung für alle derzeitigen Probleme sei der Herdenschutz. „Die Gefahren rund um die Rückkehr der Wölfe werden leider völlig unterschätzt. Die großen Beutegreifer stellen eine Bedrohung für unsere Tierwelt sowie für unsere Gesellschaft dar. Gerade in Tirol ist eine Koexistenz zwischen Tourismus, Almwirtschaft und Meister Isegrim nicht möglich. Unsere Bergbauern können nicht jede Alm einzäunen, auch Hütehunde sind keine Lösung. Diese Hunde sind keine Kuscheltiere, sie sind darauf ausgelegt, ihre Herde gegenüber jedem Eindringling zu verteidigen. Das wäre ein großes Risiko für Wanderer“, sagt ÖVP-Abgeordneter Hermann Gahr. 

Besonders verwundert den Tiroler eine Schlagzeile aus Deutschland: In Kiel wurde ein Schäfer anonym angezeigt, deren Schafe vom Wolf gerissen wurden. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, weil die Zäune nicht absolut wolfssicher waren. „Dieser Fall ist die absolute Höhe. Hier findet eine klassische Täter-Opfer-Umkehr statt, wie kann man Schäfer für die Taten von Raubtieren verantwortlich machen?“, fragt sich Gahr. „Man merkt hier, dass einige Möchtegern-Tierschützer fernab jeglicher Realität leben. Wölfe sind Raubtiere und lassen sich auch durch Herdenschutzmaßnahmen nicht von ihrer Beute abbringen. Das zeigen uns zahlreiche Beispiele aus diesem Jahr“, so der Nationalrat. Der Tiroler ruft Wolfsangriffe im In- und Ausland aus diesem Sommer in Erinnerung: In Sachsen richtete ein Wolfsrudel ein Blutbad an, 40 teilweise trächtige Mutterschafe sowie fünf Ziegen wurden gerissen. Weitere 80 Tiere sind verschwunden. In Südtirol zerfleischten drei Wölfe am helllichten Tag neben einer Hirtin mehrere Ziegen. Wer denkt, diese Vorfälle passieren nur in unseren Nachbarländern, der irrt. Wölfe wagen sich bereits an die Tore Wiens heran, wie ein Riss in Mauerbach (NÖ) bestätigt. Dort überwand mindestens ein Wolf einen 1,30 Meter hohen Stromzaun und riss drei Schafe. 

Es gibt keinen hundertprozentigen Herdenschutz! 

Wie der WWF ständig betont, sind 90 Zentimeter hohe Elektrozäune wolfssicher und Meister Isegrim springt nicht gerne, doch gerade das Beispiel aus Mauerbauch zeigt, dass diese Vorstellung nicht der Realität entspricht. „Die großen Beutegreifer sind sehr wohl in der Lage zu springen, sie überwinden locker 1,5 Meter hohe Zäune. Wie wir aus der Praxis wissen, sind auch Hütehunde und Hirten keine Abschreckung für das Raubtier. Deswegen brauchen wir wolfsfreie Zonen, es führt kein Weg daran vorbei“, betont Gahr und verweist noch mal auf die Petition des Tiroler Schafzuchtverbandes, die noch immer unterstützt werden kann.

Almwirtschaft, Tourismus und Raubtiere passen nicht zueinander

„Ein harmonisches Nebeneinander zwischen Wolf, Mensch und Weidetieren kann nicht funktionieren. Gerade in unseren touristisch und landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen brauchen wir keine Raubtiere“, bekräftigt Gahr. „Darum ist es an der Zeit, dass der Schutzstatus des Wolfes gesenkt wird und dass, wir uns ein Wolfsmanagement überlegen, wie es auch bei jedem anderen Wildtier der Fall ist. Wölfe sind keine bedrohte Tierart, der absolute Schutzstatus ist nicht mehr notwendig. Ganz im Gegenteil, wir brauchen einen Schutz für unsere Haus- und Weidetiere“, so der Tiroler Abgeordnete und Mitglied des Landwirtschaftsausschusses Hermann Gahr abschließend. 

Hier kann die Petition vom Tiroler Schafzuchtverband unterstützt werden: www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/PET/PET_00007/index.shtml