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Hofinger: Pflegeberuf braucht eine Aufwertung!

ÖVP-Abgeordneter unterstützt bei Plenarrede zum Volksanwaltschaftsbericht Einführung von Lehrberuf „Pflege“


(c) Parlamentsdirektion/Jantzen

Mit ihren Kontrollbesuchen in Pflegeeinrichtungen und Altenheimen durch die Volksanwaltschaft können gezielt Missstände aufgezeigt werden. „Dankbar bin ich der Volksanwaltschaft auch, dass sie in ihrem Bericht die hohe Arbeitsbelastung der Pflegekräfte und den dramatische Personalnotstand in manchen Einrichtungen dokumentiert. Denn hier, so denke ich, liegt so manches Übel begraben“, forderte heute, Mittwoch, der ÖVP-Abgeordnete Manfred Hofinger mehr Wertschätzung für den Pflegeberuf und die Einführung eines Lehrberufes „Pflege“. 

Allein in Oberösterreich werden in den kommenden Jahren im stationären Altenpflege-bereich mehr als 700 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. „Umso wichtiger ist es, auch im Ausbildungsbereich über neue Möglichkeiten nachzudenken“, unterstützt Hofinger das Ansinnen Oberösterreichs, eine eigene Lehre für Pflege einführen zu wollen. Hier könnte die Schweiz als gutes Vorbild dienen, wo jährlich mehr als 4.000 junge Menschen im Lehrberuf Pflege ausgebildet werden. Es handelt es sich dabei um die drittbeliebteste Lehre in der Schweiz. 

Personalmangel gravierend

„Wir brauchen diese neue Ausbildungsschiene und wir brauchen einen Abbau von bürokratischen Hemmnissen, wenn sich etwa Erwachsene später für einen Pflegeberuf entscheiden“, wies Hofinger im Nationalrat auf ein Beispiel in seinem Heimatbezirk Ried hin. Dort wurde ein neues Pflegeheim errichtet, das 80 pflegebedürftige Menschen aus der Region aufnehmen könnte. Der Bedarf an Bewohnerinnen und Bewohnern ist gegeben, lediglich aus Mangel an Pflegekräften, die für diesen Standort gefunden werden konnten, kann derzeit nur ein Drittel davon aufgenommen werden. 

Einem von den Oppositionsparteien vorgebrachtem Argumente, die Indexierung bei der Familienbeihilfe würde den Mangeln an professionellen Pflegekräften weiter antreiben, widersprach der Abgeordnete: „Ausländische Pflegerinnen und Pfleger kommen nicht wegen der Familienbeihilfe, sondern weil sie hier einen qualifizierten Arbeitsplatz vorfinden. Immerhin haben 75 Prozent der bei uns zur Zeit tätigen Pflegerinnen und Pfleger aus dem Ausland Kinder, die bereits über 20 Jahre alt sind!“