< Auer: „Ländlicher Raum benötigt leistungsstarkes Netz“

Jakob Auer: Glauben wir nicht dem süßen Lied der Populisten!

ÖVP-Abg. appelliert an Jugend, sich an demokratischen Wahlen zu beteiligen


(c) ÖVP-Klub/Sabine Klimpt

Es ist unsere Aufgaben, die jungen Menschen verstärkt zu animieren, sich an demokratischen Wahlen zu beteiligen, nennt der ÖVP-Abgeordnete Jakob Auer in seinem Debattenbeitrag zur EU-Regierungserklärung dies als eine wichtige Lehre nach dem Brexit-Referendum. "Die Jungen müssen zur Wahl hingehen, um nicht nachher zu beklagen, dass ihnen etwas weggenommen wurde", weist Auer auf die niedrige Wahlbeteiligung der Jugendlichen am Referendum hin. "Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist zu respektieren. Die Zündler wissen, was sie angestellt haben", kritisiert Auer aber auch jene, die sich nun aus der Verantwortung stehlen. "Auf dem Sessel im Europarlament sitzen zu bleiben, ist dann aber schon praktisch", so Auer. 

Kritisch äußerte sich Auer auch über das generelle Schimpfen auf Europa. "Wir sind in der EU-Kommission vertreten. Wir sind Teil dieser EU, aber leider ist es doch so, dass wir in Oberösterreich gerne auf Linz schimpfen, in Linz schimpft man auf Wien, und wenn wir in Österreich nicht wissen, wer schuld an einem Problem hat, dann finden wir die möglichen Schuldigen in Brüssel."  


Folgen für heimische Landwirtschaft relativ gering

Was die Folgen des EU-Austritts Großbritanniens betrifft, verweist Auer auf das eher geringe Exportvolumen von rund 200 Millionen Euro. Großbritannien ist Nettozahler mit rund elf Milliarden Euro, wobei der Britenrabatt hier schon abgezogen ist. 4,5 Milliarden Euro davon gehen in die Rubrik Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raumes. "Der GAP-Austritt wird jedoch große Auswirkungen auf die britischen Landwirte haben", verweist Auer darauf, dass knapp 60 Prozent des landwirtschaftlichen Einkommens in Großbritannien aus EU-Zahlungen stammen. 

In den kommenden Monaten wird eine intensive Diskussion über die Zukunft der EU, die Lösung der Wirtschafts- und Flüchtlingskrise bis hin zu neuen Freihandelsabkommen einsetzen. "Aber glauben wir bei all dem nicht dem süßen Lied der Populisten, die bereits beginnen, die vergemeinschaftete EU-Agrarpolitik wieder in Frage zu stellen", erinnert Auer an jene, die das bereits vor 20 Jahren getan haben sowie daran, dass jene Bauern, die diesen geglaubt haben, bekanntlich gehörig draufgezahlt haben, weil sie ohne Antragstellung keine Leistungsabgeltung erhalten haben.   


An Europa glauben und weiterentwickeln

"Meine Botschaft in diesem Zusammenhang ist: an Europa glauben und das was nicht gut läuft und sich in die falsche Richtung entwickelt, besser machen sowie Europa bürgernäher gestalten, die großen Probleme ehrlich und sachlich angehen, rasch lösen, und Unnötiges abschaffen. Und was die GAP betrifft; keine Renationalisierung, sondern eine zukunftsorientierte, nachhaltige Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik, hin zu einem stabilen Agrarhaushalt, aber mit weniger Bürokratie", schloss Auer.

Rückfragehinweis: Martina Kern, Parl. Mitarbeiterin für Pressearbeit von NR Jakob Auer

 01/40110/4679, Martina.Kern@parlament.gv.at