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Abentung: Milchquoten-Aus als Chance für alle österreichischen Milchbauern

Kooperation nützt - Gegenseitiges Unterbieten beim Preis schadet


© Bauernbund

„Dass die Milchquote 2015 ausläuft, ist den österreichischen Milchbauern seit Jahren bekannt. Gegen das Milchquoten-Aus hat Österreich jahrelang angekämpft – allerdings als einziges europäisches Land. Längst ist das Quotenende eine wirtschaftliche Realität, auf die sich jeder einzelne Milchbauer unterschiedlich eingestellt hat. Schon in den vergangenen Jahren wurden 40 Prozent der österreichischen Milchproduktion im Ausland abgesetzt“, erklärt Bauernbund-Direktor Johannes Abentung zum heutigen Ende der Milchquote. Insgesamt mache die österreichische Milcherzeugung ganze 2 Prozent der produzierten EU-Milchmenge aus. „Umso mehr sollten wir uns darauf konzentrieren, unsere heimische, gentechnikfrei produzierte Milch sowie Käse und andere Milchprodukte nicht nur in Österreich, sondern vermehrt auch in der EU abzusetzen.“

Ruf nach Mengensteuerung ist Ruf nach Planwirtschaft, die viele Bauern ablehnen


Und zum Wien-Aktionstag einer bäuerlichen Randgruppe meint der Bauernbund-Direktor: „Damals haben einige Bauern gegen die Einführung der Quote protestiert, heute wird gegen ihre Abschaffung demonstriert. Es ist aber nicht die Mengensteuerung, die einen guten Preis macht. Der Ruf nach einer neuen Quote, ist eigentlich Planwirtschaft, die den unterschiedlichen Betriebsgrößen und Produktionssparten in Österreich gar nicht gerecht werden kann.“ Die österreichischen Bauern verstehen sich als Unternehmer, die sich nach den Chancen am Markt ausrichten und nicht an ein Mengenkontingent gebunden sein wollen. Außerdem sei auch die bisherige Milchquote von den Bauern massiv überliefert worden. „Viele Bauern haben lieber überliefert und Strafe gezahlt, als auf den höheren Umsatz zu verzichten. Mit dem Quoten-Aus sind erstklassige Qualität und gute Absatzwege mehr denn je gefragt“, hält Abentung fest, dass ein Spitzen-Lebensmittel auch erstklassige Absatzchancen hat.
Darüber, dass ausgerechnet eine einzelne Vermarktungsinitiative dieser Randgruppe von „gerechten Preisen“ redet und gleichzeitig zu Dumping-Preisen verkauft und dadurch nicht nur sich selbst, sondern dem Milchpreis für alle schadet, kann sich Bauernbund-Direktor Abentung nur wundern: „Im Gegensatz zu den Bauernmilch-Preisen, die von den genossenschaftlichen Molkereien gezahlt werden, ist der Preis, der dort gezahlt wird, um mehr als 10 Cent niedriger als der momentane durchschnittliche Milchpreis von 34 Cent. Darin sehen wir absolut kein Zukunftsmodell.“ Rund 31.500 heimische Milchbauern liefern erfolgreich an österreichische Molkereien. Abschließend verwehrt sich der Bauernbund dagegen, dass eine Gruppierung, der einige Hundert Milchbauern in ganz Österreich angehören, eine Art Alleinvertretungsanspruch erhebt.