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Auer fordert Hilfsmaßnahmen für die österreichische Landwirtschaft

Bäuerliches Einkommen in der Krise – 5. Minus in Serie erwartbar


(c) LK Steiermark

Die Bauern im Süden stehen vor der schlimmsten Schadenskatastrophe seit dem Weltkrieg. Die Lage ist dramatisch: Ausfälle von bis zu 100% bedrohen Obst-, Gemüse- und Weinbauern. Viele der betroffenen Bauern denken daran aufzuhören. „Das Schadensausmaß wird 200 Millionen sicher übersteigen. Kombiniert mit der Einkommenssituation in der Landwirtschaft wird daraus eine ruinöse Mischung“, zeigt sich Bauernbund-Präsident Jakob Auer mehr als besorgt auch über die jüngsten Einkommensergebnisse. Die Vorschätzungen für 2015 weisen neuerlich ein deutliches Minus aus.

„Zum fünften Mal in Serie müssen die Bäuerinnen und Bauern Verluste einstecken. Jahr für Jahr Verluste – welcher Betrieb kann sich das auf Dauer leisten? Die Gefahr für immer zusperren zu müssen, wird für viele Betriebe immer größer“, alarmiert Auer die Öffentlichkeit.

 

Preis- und Marktkrise betrifft nahezu alle Bauern

 

Während die Obstbauern jetzt akut und zusätzlich betroffen sind, sind sowohl Milch- als auch Schweinebauern schon längst unter Druck. „Die Einkommenssituation auch bei Milch und Fleisch ist extrem dramatisch. Der Preis für Schweinefleisch befindet sich auf einem 7-Jahres-Tief, die Milchpreise für konventionelle Milch sind ebenfalls drastisch gesunken“, verweist Auer auf das aktuelle katastrophale Preisniveau. „Trotz der ständigen Bekenntnisse der Handelsketten zeigen die Regalpreise schon wieder nach unten. Für 1 Kilo Schweinefleisch erhält der Bauer EUR 1,34, je Liter Milch zwischen 27 und 29 Cent. Zu diesen Preisen können viele Bauern längst nicht ihre Produktionskosten decken, sie produzieren auf Verlust“, erklärt Auer die Preis- und Einkommenslage als krisenhaft.

 

Schere zwischen Versorgungswunsch und Produktionsmöglichkeit

 

„Viele Bauern schaffen das nicht mehr. Wenn wir so weit kommen, dass die bäuerliche Produktion wegen der höheren Kosten und der ausländischen Konkurrenz in Österreich ausstirbt, dann schauen auch die Konsumenten und die Arbeitnehmer in der vor- und nachgelagerten Wirtschaft durch die Finger“, warnt Auer vor einem möglichen Zukunftsszenario. Was die Politik jetzt tun kann: „Finanzminister Schelling hat bereits Krisenbeihilfen aus dem Katastrophenfonds für die geschädigten Obst-, Gemüse- und Weinbauern zugesagt. Das ist wichtig, aber nur eine ungenügende Akuthilfe. Daneben braucht es eine sofortige Entlastung für die gesamte österreichische Landwirtschaft durch Hilfsmaßnahmen“, fordert Auer sofortiges Reagieren seitens der Bundesregierung.