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Auer: Romantik und Idealismus bei Tierschutzdebatten zu wenig!

Bauernbund-Präsident verweist auf Gefahren in der Tierhaltung und fordert höheren Produktpreis für Bauern


(c)Stefan Huber

Tierschutzdebatten wecken schnell mal Emotionen, die oft auch in Hetze ausarten, warnte heute, Donnerstag, ÖVP-Landwirtschaftssprecher Abg. Jakob Auer vor gegenseitigen Beschuldigungen bei der Debatte zum neuen Tierschutzgesetz. Dank konstruktiver Gespräche mit dem Koalitionspartner ist für Auer eine vernünftige Balance zwischen Tier- und Menschenschutz bei der Novellierung gelungen.

„Ich halte nichts von Übertreibungen – sie führen zu überzogenen Tierschutzforderungen, die den betreuenden Tierhalter außer Acht lassen“. Im Zusammenhang mit der vieldiskutierten Anbindehaltung berichtete Auer etwa vom Besuch eines mit EU-Mitteln geförderten großen Laufstalles im europäischen Ausland. „Die Tiere konnten dort zwar frei laufen, waren aber in einem sehr schlechten Zustand, weil offensichtlich die Betreuung mangelhaft war. Das heißt: Das Tierwohl hängt in erster Linie davon ab, wie gut der Tierhalter sich um die Tiere kümmert. Unsere Bauern kümmern sich gut um ihre Tiere – auch weil sie wissen, dass nur gesunde Tiere auch den wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen.“  

Wir fürchten uns nicht!


Kritik übte Auer zudem an Aussagen von Tierrechtlern bezüglich Anbindehaltung. Sie hatten in den Raum gestellt, unsere Bauern hätten Angst vor Kühen. „Wir fürchten uns nicht, aber es ist eine Tatsache, dass Tiere auch gefährlich sein können“, berichtete der Abgeordnete von über 500 zum Teil dramatischen Unfällen in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung pro Jahr. Zwei davon endeten in den vergangenen Jahren jeweils tödlich. Zudem erinnerte Auer an den tödlichen Unfall einer deutschen Urlauberin mit Hund auf einer Alm in Tirol, weil eine Mutterkuh ihr Kalb beschützt hatte. Der Bauer ist nun mit einer Haftungsklage von über 350.000 Euro konfrontiert.

Große Gefahren birgt auch das Verladen von Schlachttieren. 631.000 Rinder und fünf Millionen Schweine wurden im vergangenen Jahr für den „Sonntagsbraten“ geschlachtet. „Das ist jedes Mal gefährlich“,  lädt Auer jeden Experten, der sich darüber freut, wenn ein Stier von der Anbindehaltung befreit wurde, ein, eine Woche bei derartigen Transporten dabei zu sein.

20 Cent für den Tierschutz


„Romantik und Idealismus ist zu wenig“, zählt für Jakob Auer auch der Produktpreis für die Bäuerinnen und Bauern zu den wichtigen Tierschutzmaßnahmen. „Wenn die Bauern 20 Cent pro Liter mehr für den Milchpreis bekommen, dann können sich alle den Tierschutz bestellen, den sie sich wünschen“, so Auer. „Unsere kleinen bäuerlichen Betriebe können nicht allein von romantischer Werbung leben. Sie brauchen auch Produktpreise, von denen sie leben können“, kritisierte Auer Meinungen, wonach Betriebe, die von ihren 20 Kühen nicht leben können, einfach aufhören sollen und jene mit 40 Kühen als Großbauern abqualifiziert werden. „So kann es nicht sein“, schloss Auer. 

 




Rückfragehinweis: Martina Kern; 01/40110/4679; Martina.Kern@parlament.gv.at