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Auer zu Bauern-Einkommen: Geblockte „Bauer-Nutzer-Schleuse“ drückt Bauern an die Wand

Russland-Embargo und ausländische Billigware drückten 2014 die Bauern-Einkommen


©Bauernbund

Jahr für Jahr liegt mit dem Grünen Bericht auch eine Einkommensstatistik der österreichischen Landwirtschaft vor. Gestern wurde der aktuelle Bericht veröffentlicht. „Mit einem Minus von 5% hat unsere Landwirtschaft im Embargojahr 2014 zum 3. Mal in Serie eine Delle nach unten bekommen. Die Situation ist anhaltend schwierig. Das Russland-Embargo hat vor allem den Bauern zugesetzt, die Tiere mästen und Fleisch erzeugen. Der relativ gute Milchpreis vom Vorjahr konnte ein massives Exportminus bei Käse etwas dämpfen. Im heurigen Jahr kommen aber gerade die Milchbauern durch die ausländische Konkurrenz und fallende Preise schwer in Bedrängnis“, kommentiert Bauernbund-Präsident Jakob Auer die Einkommensentwicklung der Landwirtschaft. Die Basis für diese alarmierenden Zahlen liefern sämtliche bäuerliche Betriebe, die in Österreich eine Buchhaltung führen. Pro Arbeitskraft am Bauernhof konnten also 18.941 Euro für das Jahr 2014 erwirtschaftet werden. Das entspricht einem Bruttoeinkommen von 1.350 Euro bei theoretischen 14 Gehältern. Das Einkommen wird je Bauernhof und je Arbeitskraft am Hof gerechnet. In beiden Fällen beläuft sich das Minus gegenüber 2013 auf 5%. Auch 2015 setzt sich der negative Preistrend leider fort: Im Juni 2015 beträgt die Preisdifferenz gegenüber Juni 2014 bereits 15%.

 

Schleuse vom Bauern zum Esser muss durchlässig bleiben


Leider ist es nichts Neues, das die Bäuerinnen und Bauern, bedingt durch Preis- und Ertragsschwankungen, gegenüber unselbständigen Erwerbstätigen unterdurchschnittlich verdienen. Besonders schmerzhaft sei hier, „dass der Lebensmitteleinzelhandel die Situation vieler der existenziell an der Wand stehenden Bauern ausnützt und zusätzlich Preisgeiz an den Tag legt“, kritisiert Auer. „Konsumenten könnten sich zwar kurzfristig über Dumping-Preise freuen. Gefährden aber die bäuerlichen Nahrungsmittelproduktion und 500.000 heimische Jobs, die damit verbunden sind“, erklärt Auer. Heimische Produktionssparten, die unter höherer Qualität und nach strengeren Auflagen produzieren, kommen unter Druck, weil niemand die Mehrkosten bei der Produktion bezahlen will. Als Beispiel nennt Auer gentechnikfreie Milch, die einzig und allein in Österreich hergestellt wird.
„Wir sind stolz auf diese Leistungen der Bäuerinnen und Bauern. Wo höhere Kosten durch Qualitätsstrenge entstehen, müsse der Konsument aber auch bereit sein hier mitzumachen und unsere ausgezeichneten Milchprodukte, streng kontrollierten Fleischqualitäten und das tägliche Obst und Gemüse zu kaufen.“ Der Bauernbund-Präsident will mehr Bewusstseinsbildung angesichts dieser Einkommenssituation: „Es ist dringend notwendig, dass die Schleuse direkt vom österreichischen Bauern zum österreichischen Verbraucher geöffnet bleibt. Immer dort, wo Handelsketten den Rückfluss nachhaltiger, österreichischer Naturnahrungsmittel blocken – etwa durch Preisdumping oder Etikettenschwindel – gerät auch der nachhaltige Nahrungskreislauf ins Wanken. Wer Nahrung aus dem Ausland ins Regal stellt, darf sich nicht wundern, wenn österreichische Bauern unter Existenzdruck geraten und schließlich an die Wand gefahren würden. Wir können uns keinen Einzelhandel leisten, der ausländische Fremdnahrungsmittel ohne ordentliche Kennzeichnung in die Supermärkte schwemmt“, so Bauernbund-Präsident Jakob Auer abschließend.