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Auer zum Weltmilchtag: Heimische Qualität muss ihren Preis haben

Fairness für alle Teilnehmer in der Wertschöpfungskette


© Wallner Wolfgang

„Die von österreichischen Milchbauern produzierte Qualität ist einzigartig. Gentechnikfrei hergestellte Milch – das macht uns kein anderes Land der Welt nach. Im Preis müsste sich dieser Qualitätsvorteil allerdings noch etwas stärker niederschlagen“, fordert Bauernbund-Präsident Jakob Auer am heutigen Weltmilchtag. Der Arbeitsaufwand auf den heimischen Betrieben sei entsprechend höher als in Ländern, in denen beispielsweise kein Grünfutter oder Heu eingebracht werden muss, keine GVO-Freiheit bei der Fütterung garantiert wird und keine Qualitätssicherungsmaßnahmen wie in Österreich durchgeführt werden.

Der Lebensmittelhandel und die Konsumenten unterstützen mit ihrem Einkaufsverhalten die Qualitätsstrategie der heimischen Milchwirtschaft. Bei den Preisen droht jedoch die Gefahr einer Spirale nach unten, da meist mit Lebensmitteln, die unter unseren hohen Standards produziert werden, verglichen wird. „Ein wesentlicher Faktor für den künftigen Erfolg wird daher eine Wertschöpfungskette sein, die auf Fairness für alle Teilnehmer ausgerichtet ist", betont Auer. 

 

Volatilität der Märkte abfedern


„Die heimischen Molkereien puffern verlässlich die volatilen Bewegungen am Weltmarkt ab und konnten 2014 einen stabil hohen Bauernmilchpreis halten“, streicht der Bauernbund-Präsident die Bedeutung der Molkereien zur Stärkung der Marktposition des Einzelproduzenten hervor. „Nirgendwo sonst gibt es einen wirksameren Schutz vor Tiefpreisen. Die einzige Antwort auf einen verschärften Wettbewerb mit höheren Produktionsmengen heißt Kooperation, wie sie zum Beispiel im Genossenschaftswesen gelebt wird, und nicht riskante Alleingänge“, stellte Auer klar.

 

Billigpreise und Höchstqualität schließen einander aus


Übrigens: Ein durchschnittlicher Milchviehbetrieb, fast 80% davon liegen in Berggebieten, hält statistische 16,9 Kühe (2014). Für Auer ein Beweis, dass die immer wiederkehrende Mär von der Massenproduktion absolut jeder Grundlage entbehrt. „Eine gute und nachhaltige Milchleistung je Kuh ist nur durch einen abgestimmten Futtermix zu erzielen. Tierwohl und Milchmenge gehen in einem österreichischen Betrieb sehr wohl zusammen“, lobt Auer die hohen Tierwohl-Standards der heimischen Betriebe. Nicht umsonst hat Österreich auch den EU-weit höchsten Biomilch-Anteil. „Diese Qualität hat ihren Preis“, betont Auer zum heutigen Weltmilchtag. „Niedrige Preise und hohe Qualitätsstandards – das wird die österreichische Milchwirtschaft auf Dauer nicht schlucken können. Zumal Österreich aktuell bei den Milch- und Molkereiprodukten im Regal preislich weit unter Italien, Frankreich oder Belgien liegt.“