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Auer zum Weltmilchtag: „Unsere gentechnikfreie Milch hat Sonderstatus“

Bauern schnelle Hilfe mit einem SV-Quartalsrabatt gewähren


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Auch österreichische Milchbauern bekommen Tiefpreise für ihre Milch und stecken in der Krise. Vor allem betrifft der Preisverfall jene Bauern, die „normale“ Qualität erzeugen. „Täglich zahlen Milchbauern drauf, um die Tiefpreisphase durchzutauchen. Kein Betrieb kann sich das auf Dauer leisten“, schildert Bauernbund-Präsident Jakob Auer die miserable Lage am Milchmarkt.

 

Alle Hebel zur Marktstabilisierung ergreifen

 

Die Spielräume, um der Marktkrise politisch entgegenzusteuern seien äußerst eng, so Auer. Umso mehr müssten alle Möglichkeiten – auf europäischer wie nationaler Ebene – genutzt werden, um Ruhe in den Markt zu bringen. Auf EU-Ebene hat die Kommission den Weg für eine neue Art der Mengenlimits frei gemacht. „Alle Hebel zur Marktstabilisierung sind zügig und entschlossen zu ergreifen. Es steht zu viel auf dem Spiel, ganze Regionen und Wirtschaftszweige, etwa der Tourismus, hängen von der Milchwirtschaft ab“, erklärt Auer. Als zusätzliche Maßnahmen, die von der Agrarpolitik selbständig ergriffen werden können, schlägt Auer Kreditstundungen bzw. Zinserleichterungen vor. „Alles, was die Liquidität auf den Höfen sichert und Zahlungsunfähigkeit abwehrt, ist notwendig und sofort umzusetzen“, betont Jakob Auer.

 

Österreichische Milch kommt ohne Gentechnik aus

 

Anders als Intensivproduzenten, wie Irland oder Dänemark, blieb in Österreich der Mengenanstieg seit Quotenende im April 2015 moderat. Österreichische Bauern haben ein Anlieferungsplus (bis März 2016) im Ausmaß von 4,6%, während Irland ein Drittel mehr Milch in den Markt schüttet. Auer will zudem mit der Mär von der Überproduktion aufräumen: „Bei einem Produktionsanteil von 2% an der Gesamtmenge der EU, kann den heimischen Bauern nicht die Schuld an der Übermenge in die Schuhe geschoben werden. Auch dann nicht, wenn 50% und mehr exportiert würde. Eben weil Österreichs Milch EU-weit einzigartig und mit der europäischen Standardmilch nicht vergleichbar ist: Sie ist nämlich gentechnikfrei. Unsere gentechnikfreie Milch hat einen Sonderstatus – und darf mehr kosten“, weist der Bauernbund-Präsident auf einen klaren USP der österreichischen Milchwirtschaft hin. Umso mehr ist jede intelligente Vermarktung unserer Milchprodukte im Ausland natürlich zu begrüßen. „Nur in Kombination mit transparenter Auszeichnung der Herkunft, gerade auch im Anonym-Bereich von Wirtshäusern und Kantinen, macht unsere Qualität Sinn. Wozu Superqualitäten produzieren, wenn es der Konsument nicht weiß und nicht sieht?“, hält Auer fest.

 

Auer erneuert Forderung eines SVB-Rabatts für Landwirte

 

Für eine schnelle finanzielle Entlastung hat der Bauernbund-Präsident bereits Anfang Mai einen Quartalsrabatt bei der Sozialversicherung gefordert. Dieser sei „leistbar und kostenneutral“, weiß Auer: „Was neben den Milch- auch die Schweinebauern momentan täglich am Markt verlieren, schneidet tief in die Substanz der Höfe.“ Daneben seien aber auch viele Obst- und Gemüsebauern durch die Frostkatastrophe in die Krise geschlittert. „Der SV-Rabatt ist budgetmäßig drin. Ich möchte die Regierung und den Koalitionspartner dringend zur Solidarität mit der heimischen Landwirtschaft aufrufen“, so Bauernbund-Präsident Jakob Auer abschließend.