< Bundesbauernrat: Jakob Auer mit 91,1% zum Bauernbund-Präsidenten gewählt

Bundesbauernrat: Jakob Auer eindrucksvoll als Bauernbund-Präsident wiedergewählt


© Bauernbund

Heute, Samstag, hielt der Bauernbund im Congress Centrum Alpbach, Tirol, unter dem Motto „Aus voller Kraft. Die Zukunft gestalten“ einen ordentlichen Bundesbauernrat ab. Insgesamt 350 Delegierte und Gäste aus allen Bundesländern sind der Einladung zur höchsten Versammlung des Bauernbundes gefolgt. Jakob Auer, der amtierende und für die zweite, vierjährige Periode einstimmig designierte Präsident, stellte sich den 128 Delegierten zur Wahl.

Bauernbund fordert für Spitzenkandidatin Köstinger Listenplatz hinter Othmar Karas

Von der ÖVP erwartet sich Bauernbund-Präsident Jakob Auer einen sehr guten Listenplatz für die EU-Wahl: „Dass der Bauernbund mobilisieren kann wie kein anderer Bund, haben wir stets bewiesen.“ Umso wichtiger sei es, dass Elisabeth Köstinger, unsere Spitzenkandidatin, kräftig wegstarten kann. „Ich und der Bauernbund fordern ganz klar, einen Platz in der Liste ganz vorne – einen Platz hinter dem Spitzenkandidaten Othmar Karas. Für starke Höfe brauchen wir die Stimme von Köstinger in der Union.“

Neuer Strategie- und Dialogprozess „ziele:zukunft 2018“ gestartet

Auer kündigt in Alpbach ferner einen Dialog- und Strategieprozess an, wo im Bauernbund breit diskutiert werden wird, wie Landwirtschaft und Gesellschaft zusammenleben sollen. „In diesem Diskussionsprozess werden wir herausfinden, wie der einzelne Landwirt in Zukunft produzieren will. Eine neue Partnerschaft ist gefragt. Ehrliche Fragen – ehrliche Antworten – von unten nach oben“, lädt Auer zu diesem breiten Diskussionsprozess ein.
Auer zufolge darf es bei diesem Nachdenken keine „Denkverbote“ geben. Das beziehe wirtschaftliche, aber vor allem auch soziale Aspekte zwischen konventionell produzierender Landwirtschaft und Biolandwirtschaft, Bauer und Bäuerin, Bauer und Konsument, genauso ein wie Fragen zu Tierschutz, Pflanzenschutz, Gentechnik mit ein.
Demnach sieht der Präsident seine Arbeit, die von dringend notwendigen Entscheidungen der Vergangenheit geprägt war, noch nicht abgeschlossen. „Durch den neuen Prozess will ich Ziele und Zukunft eröffnen und auch den Bauernbund reif für die nächste Generation machen. Ohne Anläufe, ohne Probeläufe, ohne Experimente“, so Auer über die Zielsetzungen der kommenden vierjährigen Periode.

Ausfinanzierung der Kofinanzierung als Zielsprung – Zwei FH-Standorte für die Landwirtschaft
Die bisherige Periode Auer war geprägt von harten Verhandlungen und Entscheidungen zu brennenden Fragen wie dem Thema Ferkelschutzkorb oder zum Einheitswertsystem: „Wir konnten den Komapatienten Einheitswert wieder zum Leben erwecken.“ Bei der GAP-Finanzierung  „konnten wir erfolgreich SPÖ-Kürzungsideen abwenden.“ Aber „der Zielsprung“, meinte Auer dazu in Analogie zum parallel stattfindenden Hahnenkammrennen, „war mit Sicherheit die nationale Kofinanzierung von 50:50 zur GAP. Hier seien die Nerven bei den Verhandlern zum Regierungspakt zum Zerreißen gespannt gewesen. Gemeinsam mit den Obleuten Hermann Schultes (NÖ) und Josef Geisler (Tirol) sei man aber punktgenau gelandet. „Wir haben deshalb so gut abgeschnitten, weil der Bauernbund eine Familie ist, die füreinander einsteht.“
In Sachen Aus- und Weiterbildung erneuerte Auer seine Forderung nach einer Verstärkung des FH-Angebots für die Landwirtschaft: „Am Ende Legislaturperiode will ich an zwei Standorten in Österreich Fachhochschullehrgänge haben.“ Vorsichtig abwehrend zeigte er sich hingegen bei EU-USA Handelsabkommen: "Mein klares Nein zu Qualitätsdumping, Hormonfleisch und Gentechnik durch die Hintertür. Das wäre ja völlig absurd, wenn wir jahrzehntelang einen Feinkostladen mit regionaler Qualität aufziehen, nur um morgen amerikanische Doping-Rinder in die Regale zu legen.“

Köstinger unterstrich in Alpbach ihre Klasse

In seiner Begrüßung strich LHStv. Josef Geisler, Chef des Tiroler Bauernbundes, die Stärke und Geschlossenheit des Bauernbundes hervor. „Wir gestalten die Landwirtschaft und geben der Kulturlandschaft Österreichs ein Gesicht“, meinte der Obmann des Tiroler Bauernbundes, der in Alpbach als Hausherr fungierte.
Einmal mehr konnte auch die EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger als Bauernbund-Spitzenkandidatin für die EU-Wahl ihre Klasse nachdrücklich unterstreichen. Köstinger verwies auf jene 700 Millionen Euro, die für die Ausfinanzierung der nationalen Kofinanzierung (bis 2020) erkämpft worden sind. Ihren Dank richtete sie an Auer, der dies bei den Regierungsverhandlungen als Chefverhandler durchgesetzt hatte.
Auch Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter streute Bauernbund-Präsident Jakob Auer Rosen: Der Bauernbund-Präsident sei „ein Garant für eine starke Spitze des Bauernbundes“. Zum heutigen Bild der Landwirtschaft machte der Landwirtschafts- und Umweltminister klar: „dass der ländliche Raum ein Zukunftsraum ist“ und die Verstädterung einen Ausgleich brauche. „Unsere Betriebe müssen profitabel wirtschaften können. Ihre Leistungen müssen angemessen honoriert werden. Das ist meine Botschaft an das ganze Land – und auch meine zentrale Forderung“, stellte Rupprechter zum Kernthema Wettbewerbsfähigkeit klar.

Spindelegger bekennt sich zu 50:50 Kofinanzierung und Ländlichem Raum

Erster hochkarätiger Gratulant nach der Wahl war Vizekanzler und ÖVP-Parteiobmann Michael Spindelegger: „Herzliche Gratulation an Jakob Auer. Ich kenne und schätze Jakob Auer schon lange. Er ist einer der erfahrensten Parlamentarier, der sich durch Verhandlungsgeschick und profunde Kenntnisse der jeweiligen Materie ausgezeichnet. Ich sehe den Bauernbund als wichtigen Partner, immerhin leben mehr als zwei Drittel der Österreicher im ländlichen Raum.“  Spindelegger erinnert in seiner Festrede an sein zentrales Anliegen während der Regierungsverhandlungen: „Die 50:50 Kofinanzierung für die 2. Säule ist gelungen! Auch in Zukunft können wir jeden Cent aus Brüssel für die Bäuerinnen und Bauern in diesem Land abholen.“ Die Umsetzung der GAP-Reform sei im Regierungsprogramm vereinbart, die Detailumsetzung sei bei Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter „in besten Händen“. Außerdem kündigte der Finanzminister eine Lösung für Pferdeeinsteller an, die künftig der Mehrwertsteuerpflicht unterliegen sollen.