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Köstinger: „De Gucht muss regionale Qualitätsprodukte vor TTIP-Attacke schützen“

Tiroler Bergkäse, Wachauer Marille, Steirisches Kürbiskernöl ohne Wenn und Aber verteidigen


© David Gollner

Vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen zum EU-USA Handelsabkommen unternimmt EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger einen frühzeitigen Anlauf zum Schutz österreichischer Qualitätsprodukte außerhalb der EU. Mit einem Protestbrief an EU-Handelskommissar Karel De Gucht sollen europäische Herkunftsangaben vor amerikanischen Begehrlichkeiten rechtzeitig geschützt werden.
„Den Mitgliedern des US-amerikanischen Senats sind die europäischen geschützten geographischen Angaben im Lebensmittelbereich ein Dorn im Auge. Im EU-Agrarausschuss habe ich deshalb das Heft in die Hand genommen und die EVP-Abgeordneten alarmiert. Der heute abgeschickte Brief an De Gucht soll dem EU-Handelskommissar bei den Verhandlungen über das Handelsabkommen TTIP den Rücken stärken“, erklärt Elisabeth Köstinger. Die amerikanischen Senatoren wollen die geschützten Angaben wie Tiroler Speck, Champagner & Co nicht anerkennen. „De Gucht wird von uns nachdrücklich aufgefordert, diese europäischen Gütezeichen ohne Wenn und Aber zu verteidigen“, hält Köstinger fest.

US-Produktimitationen europäischer Qualitätslebensmittel wird vorsorglich ein Riegel vorgeschoben

Es dürfe „keine Wachauer Marille ‚made-in-California’ oder Steirisches Kürbiskernöl ‚made-in-Ohio’ geben“, stellt sich Köstinger schützend vor bäuerliche Produkte mit jahrhundertealter Tradition. „Die hohen Qualitäts- und Produktionsstandards dürfen nicht untergraben werden", fordert Köstinger.
In einem länderübergreifenden Schreiben von Abgeordneten der Europäischen Volkspartei aus 15 Ländern, stellen die Abgeordneten unter Führung von Köstinger eine klare Forderung an De Gucht: Die über 3.000 rechtlich geschützten regionalen Spezialitäten müssen auch in den USA gelten. „Wenn die US-Senatoren europäische Tradition als Handelsschranken verunglimpfen wollen, dann gibt es heftigen Widerstand im Europaparlament."
Die heimischen Landwirte haben über Jahrzehnte ihre einzigartigen Produkte zu vorzüglichen Genussmitteln veredelt. Um dieses Erbe zu wahren, können Agrarprodukte auf EU-Ebene eingetragen werden. 3.000 Ursprungsangaben sind EU-weit geschützt, knapp 60 Milliarden Euro werden mit derartigen Produkten umgesetzt. „Nicht nur Prosciutto und Champagner sondern auch österreichischer Wein gehören zu den EU-Exportschlagern im Lebensmittelbereich.Durch die Gütesiegel der Europäischen Union werden Bauern und Produzenten nicht nur vor Missbrauch und Betrug geschützt, sondern auch die hohe Qualität unterstrichen. Eine klare win-win-Situation, da auch die Konsumenten sicher sein können, dass sie ein regional erzeugtes Produkt erstehen“, so Köstinger abschließend.