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Strasser: Urteil zu Kuh-Attacke würde das Aus für Almen bedeuten

Schadensersatz-Forderungen von 490.000 Euro sind existenzbedrohend für einzelnen Bauern


(c) Harald Klemm

Es ist ein tragischer Fall. Nach einer tödlichen Kuh-Attacke im Sommer 2014 auf einer Alm in Tirol, wo eine deutsche Touristin mit Hund von Kühen angegriffen wurde, wird nun der Bauer zivilrechtlich in erster Instanz verurteilt. Ein Urteil, das Bauernbund-Präsidenten Abg.z.NR DI Georg Strasser fassungslos macht: „Die Umstände sind tragisch. Das Urteil würde aber das Aus für unsere Almen bedeuten. Eine verpflichtende Einzäunung von Almweiden aber vor allem Schadensersatz-Forderungen würden die Almbäuerinnen und Almbauern in Zukunft ruinieren.“ Die Weidewirtschaft ist aus Tierschutzgründen erforderlich und Teil vieler heimischer Markenprogramme. Für die Tiere ist die Weidehaltung mit einer Steigerung des Tierwohls verbunden und daher für Betriebe in Berggebieten unerlässlich. „Weidehaltung, wie wir sie in Österreich kennen und schätzen, wird es dann nicht mehr geben. Die Folgen für Landwirtschaft und Tourismus wären fatal, denn die Bewegungsfreiheit in der Natur wird weiter eingeschränkt. Zum Nachteil von Mensch und Tier“, verdeutlicht Strasser. 

Es handelt sich um ein Urteil in 1. Instanz, der betroffene Bauer wird in Berufung gehen. Ihm droht im Falle einer Verurteilung fast eine halbe Million Euro an Schadensersatz. „Eine Schadensersatzforderung von knapp einer halben Million Euro ist für einen einzelnen Bauern existenzzerschmetternd. Unter diesen Verhältnissen können heimische Bäuerinnen und Bauern ihre Hoftore für immer zusperren“, so Strasser, der auf die Eigenverantwortung der Wanderer hinweist und an die Rechtsprechung herantritt: „Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse bei der Haftung. Dass Hunde auf Weiden ein Problem sind, wird seit Jahren propagiert. Eigenverantwortung und Hausverstand sollten wieder mehr Einzug halten. Wir brauchen klare Spielregeln, die ein Miteinander auf den Almen gewährleisten.“