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TTIP

Intelligent verhandeltes TTIP bringt Chancen – auch für die Landwirtschaft


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Österreichs Landwirtschaft ist dank seiner immer moderneren Ausrichtung und leistungsfähigeren Produktion nicht nur stark am Inlandsmarkt, sondern auch erfolgreich im Export (2014: knapp 10 Mrd. EUR). Deshalb lehnt der Bauernbund das Freihandels-Abkommen EU-USA (kurz: TTIP) auch nicht kategorisch ab. Wichtig ist die Absicherung der Standards und entsprechende Marktregeln für den Zugang von US-Produkten in sensiblen Sparten (etwa Fleisch, hier vor allem Rindfleisch, aber auch Schwein und Geflügel) sowie Ei- und Eiprodukte oder Bioethanol.

 

Export ist unsere Königdisziplin

„Panikmache bei TTIP ist nicht angebracht, sicher aber erhöhte Aufmerksamkeit. Derzeit gibt es noch kein einziges fertiges Kapitel und es steht ein langer Verhandlungsprozess bevor.  Europa hat gegenüber den USA durchaus gute Karten. TTIP birgt Chancen, wenn es intelligent verhandelt wird“, ist Bauernbund-Präsident Jakob Auer überzeugt. „Wie die Europäische Kommission das Verhandlungsmandat zum Ursprungsschutz und zur Kennzeichnung auslegt, müssen wir allerdings weiterhin sehr aufmerksam beobachten“, hält der Bauernbund-Präsident fest. Denn: „Rote Linien in Bezug auf Spezialitäten, Lebensmittelstandards bei Anbau, tierischen Produkten, Verarbeitung und Kennzeichnung dürfen keinesfalls unterlaufen werden.“ Auer erkennt aber absolut, dass das Freihandelsabkommen neue Exportchancen für österreichische Spitzenprodukte brächte: „Österreich hat eine starke Lebensmittelproduktion, der Export ist unsere Königdisziplin. Es kommt auf das Geschick der Kommission an, hier ein Optimum herauszuholen und zugleich die Interessen von kleinen Bauern, Direktvermarktern und qualitätsbewussten Konsumenten zu wahren.“

Nachdem das EU-Parlament volle Mitbestimmung ausübt, werden auch die ÖVP-Mandatare, allen voran EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger, sehr genau darauf achten, ob die europäischen Standards und bäuerlichen Interessen gewahrt bleiben. „Für uns ist das ein doppeltes Sicherheitsnetz. Es sieht danach aus, dass auch die nationalen Parlamente ihre Zustimmung zu TTIP geben müssen - dies verstärkt das Sicherheitsnetz zusätzlich“, so Bauernbund-Präsident Jakob Auer zum EU-USA Freihandelsabkommen.