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Franz Eßl an WWF: Herdenschutz im alpinen Raum nicht möglich

Gutachten von Prof. Hackländer unterstützt Entnahme von Wölfen


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Auf Almen und Weiden im alpinen Raum ist Herdenschutz in der Praxis nicht möglich. Diese Tatsache wird nun durch eine neue Studie des Wildtierbiologen Prof. Klaus Hackländer von der Universität für Bodenkultur Wien, die gestern offiziell präsentiert wurde, bestätigt. Zudem spricht sich der Studienautor im Sinne des Artenschutzes dafür aus, Wölfe sehr wohl zu entnehmen. „Auch wenn dies derzeit rechtlich schwierig erscheint, ist es doch Aufgabe der Politik, für einen praktikablen rechtlichen Rahmen zu sorgen“, erneuert der Salzburger ÖVP-Abgeordnete Franz Eßl seine Forderung nach Definition eines „günstigen Erhaltungszustandes“ für ganz Europa als eine Einheit. „Damit soll in Zukunft eine jagdliche Bewirtschaftung so wie bei anderen geschützten Tierarten wie etwa dem Gamswild möglich sein.“

In Europa ist der Wolf mit rund 30.000 Stück keineswegs vom Aussterben bedroht. „Aber die Ausbreitung des Wolfes im Alpenraum gefährdet die heimische und traditionelle Alm- und Weidewirtschaft“, kritisiert Eßl in diesem Zusammenhang auch die Interpretation der Wolfsstudie durch den WWF: „Manche Organisationen sind offenbar immun gegen wissenschaftliche Studien und betriebliche Realitäten. Um ihrem Dogma treu zu bleiben, riskieren sie lieber übermäßige Wildschäden, Verunsicherung bei den Almbauern sowie das Aussterben der traditionellen Almbewirtschaftung in unserer Region.“

Für Franz Eßl ist aber auch die städtische Bevölkerung von der Ausbreitung des Wolfes betroffen. „Der Wolf hat keine natürlichen Feinde. Er wird auch die Scheu vor dem Menschen verlieren und in städtische Gebiete vordringen. Das ist nur ein Frage der Zeit,“, erinnert der ÖVP-Abgeordnete etwa daran, dass ein Wolf bereits auf einem Campingplatz an der Côte d'Azur sein Unwesen getrieben habe. „Wir dürfen das nicht einfach negieren.“

„Wolf und Weidewirtschaft sind hierzulande nicht kompatibel“, appelliert Eßl daher an alle, sich dieser Tatsache nicht länger zu verschließen und gemeinsam mit der Politik dafür zu sorgen, dass der „Wolf nicht in Gebieten heimisch wird, wo er Schaden für Mensch und Tier anrichten kann.“ Gemeinsam mit dem Land Salzburg wird sich Franz Eßl auch weiterhin im Nationalrat für eine Änderung der EU-Richtlinie einsetzen, damit der Schutzstatus des Wolfes endlich geändert wird.