< Gahr: „Müssen die Sorgen der heimischen Bauern zum Thema Wolf ernst nehmen“

Franz Eßl: Wolf und Weidewirtschaft nicht kompatibel

Debatte über Petition „Für ein wolfsfreies Salzburg“ im Nationalrat


(c) Photo Simonis

Neuerlich stand die vom Salzburger Abgeordneten Franz Eßl im Parlament eingebrachte Petition „Für ein wolfsfreies Salzburg“ im Plenum des Nationalrates zur Diskussion, nachdem sie zuvor bereits im Petitions- und im Landwirtschaftsausschuss diskutiert wurde. „Ich befürchte, es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass wir diese Thema diskutieren“, appellierte Franz Eßl an die Abgeordneten, die Sorgen und Nöte der Schafe-, der Ziegen- und der Rinderbauern ernst zu nehmen. „Wenn der Wolf heimisch wird, wird er das Gesicht des Landes verändern. Dann wird es die traditionelle Alm- und Weidewirtschaft in dieser Form nicht mehr geben“, warnte Eßl.

Wenn sich die Wolfpopulation in Österreich ungehindert weiterentwickeln kann, müssen wir in 15 Jahren mit 50 bis zu 500 Wölfen rechnen. Prof. Klaus Hackländer hatte im Parlamentshearing sogar davon gesprochen, dass wir dem Wolf eine Futtergrundlage für bis zu 1.000 Wölfe bieten. „Weide- und Almwirtschaft ist mit dem Wolf nicht kompatibel. Wir müssen jetzt Maßnahmen setzen“, fordert Eßl eine europaweite Definition des „günstigen Erhaltungszustandes“. Der Wolf ist mit rund 30.000 Exemplaren in Europa keineswegs vom Aussterben bedroht. „Es ist daher nicht gerechtfertigt, den günstigen Erhaltungszustand ausschließlich für einzelne Regionen zu definieren“, so Eßl. Weiters fordert der ÖVP-Abgeordnete eine Änderung der FFH-Richtlinie, die wolfsfreie Zonen ermöglicht.

In seiner Plenarrede warnte Eßl aber auch davor, dass der Wolf bereits jetzt in urbanes Gebiet vordringt und erinnerte an Vorfälle in der Nähe von Berlin, in der Nähe von Stockholm, in Polen und auf einem Campingplatz an der Cote d‘Azur. Aber auch in Österreich, wie etwa unlängst in der Nähe von Murau, tötete ein Wolf einige Schafe nur 70 Meter vom Wohnhaus und trotz Herdenschutzzaun. „Wir müssen jetzt handeln und gemeinsam mit Verbündeten in Europa an die Zukunft denken“, so Eßl.