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Gahr: „Müssen die Sorgen der heimischen Bauern zum Thema Wolf ernst nehmen“

Brauchen Senkung des Schutzstatus auf europäischer Ebene


© Parlamentsdirektion/Michael Buchner

„Die heimischen Bäuerinnen und Bauern leben mittlerweile in Angst um ihre Nutz- und Haustiere. Erst kürzlich wurden zwölf Schafe in Mauls (Südtirol) von einem Wolf gerissen. Eines ist klar, die Wölfe sind nach Europa zurückgekehrt und sind gerade für Nutz- und Haustiere eine große Bedrohung“, sagt ÖVP-Abgeordneter Hermann Gahr in seiner Rede zur Petition für ein wolfsfreies Tirol, das heute, Donnerstag, im Plenum behandelt wurde.

Die Rückkehr der Wölfe ist ein massiver Eingriff in das Zusammenleben zwischen Mensch, Nutz- und Haustieren sowie der Natur. Aus diesem Grund brachte NR Hermann Gahr die Petition für ein wolfsfreies Tirol in den Nationalrat ein. „Wir müssen die Ängste und Sorgen der Bäuerinnen und Bauern ernst nehmen. Der Wolf wird zu einem immer größeren Problem für die Landwirtschaft, aber auch für den Tourismus“, betont Gahr.

Wie zahlreiche Beispiele aus anderen europäischen Ländern zeigen, geben immer mehr Landwirte ihre Almwirtschaft auf. Sie verzichten darauf, ihre Tiere im Sommer auf die Almen zu treiben, da sie ihre Nutz- und Haustiere nicht schutzlos den Wölfen aussetzen möchten. Diese Situation hat auch eine große Auswirkung auf den Tourismus, denn ohne gepflegte Almen und Wälder bleiben Freizeitsportler und Touristen aus.

Erst vergangene Woche beschloss der Schweizer Nationalrat, dass Wölfe künftig im Zeitraum zwischen 1. September und 31. Jänner bejagt werden dürfen. Auch Gahr fordert ein Wolfsmanagement für Österreich. Dafür muss aber auf europäischer Ebene die FFH-Richtlinie geändert werden. „Der absolute Schutzstatus des Wolfes ist längst überholt. In Europa gibt es über 30.000 Exemplare. Der Wolf ist keine bedrohte Tierart mehr, ganz im Gegenteil. Die Reproduktionsrate liegt bei 30 Prozent, das heißt jedes Wolfsrudel verdoppelt sich alle drei Jahre. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich auch in Tirol ein Wolfsrudel ansiedelt“, führt Gahr aus.

„Das ist keine Panikmache, sondern Realität. Wir brauchen Möglichkeiten, um Wölfe entnehmen zu können. Außerdem müssen wir wolfsfreie Zonen definieren können. Der Alpenraum ist zu dicht besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Es kann hier kein Wolfsrevier geben, sondern es braucht eine wolfsfreie Zone“, so der Tiroler.

Weitere Petition zum Schutz der Haus- und Nutztiere eingebracht
Eine weitere Petition zeigt klar, wie sehr die Rückkehr der Wölfe die Bauern in Tirol belastet. Die Wipptaler Bauern haben eine Petition für den Schutz ihrer Haus- und Nutztiere an NR Hermann Gahr übergeben. Diese wurde bereits an Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka übergeben und kann online unterstützt werden.

„Der Wolf genießt einen absoluten Schutz in Europa. Doch wer schützt eigentlich unserer Nutz- und Haustiere? Tierschutz darf nicht nur für Raubtiere, sondern in erster Linie für Nutz- und Haustiere gelten“, sagt der Abgeordnete abschließend.
Hier kann man die Petition unterstützen:
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/PET/PET_00024/index.shtml#tab-Zustimmungserklaerungen