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Gahr zur Wolfproblematik: Europa muss Weichen stellen

Leidtragende sind Berg- und Almwirtschaft sowie Tourismus


(c) Sabine Klimpt

Im Hearing im Rahmen des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen am 13. Februar werden gleich drei Wolf-Petitionen aus Tirol, Salzburg und Niederösterreich behandelt. 

Im Hinblick darauf fordert der Tiroler Abgeordnete Hermann Gahr rechtliche Erleichterungen für die Entnahme von Problemwölfen und sieht hier die Europäische Kommission gefordert, endlich praktikable Antworten zu liefern: „Es ist dringend notwendig, dass wir den Schutzstatus des Wolfes senken. Dazu braucht es eine europaweite Lösung mit nationalem Spielraum. Die Gesellschaft unterschätzt großteils die Gefahren, welche die Rückkehr der Wölfe mit sich bringen. Gerade in intensiv landwirtschaftlich und touristisch genutzten Gebieten brauchen wir wolfsfreie Zonen. Diese Gebiete dürfen wir nicht nach einzelnen Ländern, sondern gesamt europäisch betrachten. Es gibt genügend Gegenden in Europa, die dünn besiedelt sind, dort können Wölfe leben. Doch in Österreich gibt es kaum Platz für die großen Beutegreifer“, betont der Tiroler.

Gahr sieht die Problematik rund um die großen Beutegreifer auch als Thema für die kommende Europa-Wahl am 26. Mai. „Wir müssen dringend wolfsfreie Zonen definieren, um unsere Berg- und Almwirtschaft zu schützen. Wölfe sind keine gefährdete Tierart mehr. Alleine in Europa leben rund 30.000 Tiere. Deswegen ist es notwendig, den Bestand zu regulieren, wie es auch bei jeder anderen Wildart der Fall ist“, betont der Tiroler.

In einigen deutschen Bundesländern gab es jetzt grünes Licht für die Entnahme einzelner Problemtiere. Gahr wünscht sich auch praktikable Lösungen für Österreich. Die Verunsicherung in der Landwirtschaft, der Jagd sowie im Tourismus ist sehr groß: „In Deutschland und Südtirol gibt es bereits massive Probleme mit dem Isegrim. Viele Wölfe haben die Scheu vor dem Menschen verloren, deswegen näheren sie sich Siedlungen und Höfen“, erklärt Gahr. 

Kommt der Wolf, stirbt die Almwirtschaft

„Eines muss uns allen klar sein, wenn die Wölfe dauerhaft Einzug auf unseren Almen halten, stirbt unsere Berg- und Almwirtschaft. Die heimischen Bäuerinnen und Bauern wollen nicht tatenlos zusehen, wie ihre Tiere gehetzt, gerissen und getötet werden“, so Gahr. 

In Südtirol verzichten schon zahlreiche Landwirte auf die Alpung, in Tirol denken viele darüber nach. Wenn die Almen nicht bewirtschaftet werden, stirbt auch der Tourismus, das muss uns bewusst sein. Wer soll die Steilhänge in Tirol sonst bewirtschaften oder mähen? „Die einzige Lösung ist die Senkung des Schutzstatus des Wolfes. Wenn wir weiterhin eine Berg- und Almwirtschaft mit blühendem Tourismus haben möchten, können wir Wölfe nicht gebrauchen“, sagt Gahr abschließend.