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Kühberger: „Anpassung des Umrechnungsfaktors von Milch auch in Österreich andenken.“


In Deutschland wird derzeit wieder verstärkt über den Umrechnungsfaktor bei der Milchlieferung von Liter in Kilo diskutiert. „Ein Umrechnungsfaktor von 1,03 Kilo pro Liter entspricht in etwa dem tatsächlichen Gewicht der Milch. Daher ist dieser Faktor bereits in vielen EU Staaten in Verwendung“, weißt Nationalratsabgeordneter und Bauernbundmitglied Andreas Kühberger in diesem Zusammenhang auf die Situation in anderen EU Ländern hin. 

Bis zur Einführung der Milchabholung am Hof brachten die Bauern die Milch in Kannen zu den Molkereien. Dort wurde die Milch in Wiegebehältern gewogen und das Gewicht in Kilogramm angegeben. Auch die Milchquoten, die zwischen 1978 und 2015 gültig waren, wurden für die einzelnen Betriebe in Kilogramm berechnet. Bei der heute üblichen Abholung am Hof durch den Milchtransporter wird die Rohmilch mit einem Durchflusszähler Volumetrisch erfasst. Dabei entspricht ein dm³ Milch genau einem Liter. Die Milchgeldabrechnung und die Milcherzeugerpreise werden allerdings nach wie vor in Kilogramm angegeben. „Hier müssen wir über eine Anpassung Nachdenken“, so Kühberger mit Blick auf die Diskussion in Deutschland. 

Ein Liter Milch wiegt aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe wie Fett, Eiweiß, Laktose, Mineralien und Vitaminen mehr als einen Kilogramm. Für die Umrechnung von Litern in Kilogramm braucht man einen Umrechnungsfaktor. Dieser ist in der österreichischen Erzeuger – Rahmenbedingungen Verordnung angegeben und beträgt 1,025 Kilo pro Liter. 

In Deutschland gilt derzeit der Umrechnungsfaktor von 1,02 Kilo pro Liter. Es wird dort allerdings seit Jahren gefordert, dass der Faktor auf zumindest 1,03 Kilo je Liter Milch erhöht wird.
„Zu Beginn der 1980er fand die Milchabholung mittels Saugrüssel in wesentlich kleineren Mengen statt. Durch den damit verbundenen höheren Lufteinschlag war ein Umrechnungsfaktor von 1,025 durchaus angemessen. Durch die heute üblichen größeren Mengen und moderneren Methoden wäre allerdings ein Faktor von 1,03, der auch eher dem Wert der Dichte von Milch entspricht, praxisgerecht“, will Kühberger eine Anpassung diskutieren. 

Einige Abnehmer, wie zum Beispiel die Bayerische Molkerei Zott haben sich bereits freiwillig dazu bereit erklärt, den für die Landwirte vorteilhafteren Umrechnungsfaktor von 1,03 zu verwenden. Die Molkerei hat sich mit der Bayern MeG, einer Dachorganisation von 66 Milcherzeugergemeinschaften, auf eine Anpassung des Faktors geeinigt und zahlt seit Anfang 2018 den Betrag von 1,03 Kilo pro Liter angelieferter Milch an die Lieferanten aus.