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Strasser: CO2 Neutralität für Österreich ist unser Ziel

Ab 2030 soll Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien generiert werden


(c) Bauernbund

„Der Schutz unseres Klimas und unserer Umwelt geht uns alle an. Aus diesem Grund wollen wir klimafreundliche Maßnahmen setzen und Österreich bis 2045 CO2 neutral machen, ganz ohne Atomenergie“, sagt ÖVP-Landwirtschaftssprecher und Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

Um die CO2 Neutralität Österreichs zu erreichen, sind bedeutende Schritte notwendig. Durch nachhaltigen Individualverkehr, den konsequenten Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie energieeffiziente Gebäude, soll der CO2 Ausstoß minimiert werden. „Eine CO2 Steuer lehnen wir aber dezidiert ab, denn eine Steuererhöhung würde nur den ländlichen Raum und die Pendler belasten, die derzeit auf das Auto angewiesen sind. Gerade am Land fehlen oft flächendeckende öffentliche Verkehrsmittel. Wir können nicht den Treibstoff verteuern und die Menschen zusätzlich belasten, wenn sie keine Alternative zum Auto haben“, sagt Strasser.

Schon jetzt ist Österreich Vorreiter im Bereich erneuerbare Energien. Mehr als 80 Prozent des verbrauchten Stroms wird aus erneuerbaren Ressourcen erzeugt – ein Großteil davon aus Wasserkraft. „Unser Ziel ist es, bis 2030 den Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Öffentliche Gebäude sollen hier als Vorbild dienen und mit Solarzellen ausgestattet werden“, erklärt der Landwirtschaftssprecher.

Dazu brachte Bundesministerin a.D. Elisabeth Köstinger bereits das Erneuerbare-Energie-Paket in den Nationalrat ein. Das von der Volkspartei vorgesehene Paket soll folgende Bestandteile enthalten: die Umsetzung von fertig genehmigten und förderfähigen Projekten bei Windkraft, Kleinwasserkraft und Biomasse beziehungsweise Biogas. Die bestehenden Fördertöpfe dafür sind ausgeschöpft, nun sollen neue Mittel bereitgestellt werden. Konkret sind das 40 Mio. Euro für die Windkraft, 5 Mio. Euro für die Kleinwasserkraft und 30 Mio. Euro für Biomasse- beziehungsweise Biogasanlagen.


Biogas ist ein Multitalent
Als Teil der Lösung zur CO2-Neuralität sieht Strasser auch Biogas. Dazu besuchte Georg Strasser mit MEP Alexander Bernhuber, ÖVP-Abgeordneter im EU-Parlament, die Biogas-Anlage von Karl Wenninger in Kilb. Die Anlage hat eine Leistung von 625 KW - was einer Energieversorgung für zirka 800 Haushalten entspricht.

„Biogas ist mit seiner multifunktionalen Einsatzfähigkeit in der Wärme- und Kälteeinspeisung, der Sicherstellung der Versorgungssicherheit im Strombereich und in der Mobilität einzigartig und unersetzlich. Die Landwirtschaft muss die Chancen die Biogas mit sich bringt in Zukunft noch mehr nutzen. Eine Studie der Kepler-Universität belegt, das enorme Potential für das CO2-neutrale Gas, das künftig verstärkt aus den Reststoffen der Tier- und Pflanzenproduktion, aus Klärschlamm und aus überschüssigem Erneuerbaren-Strom gewonnen werden soll“, so Strasser.

„Das von der Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen gesetzte Ziel, die CO2-Emissionen von mindestens 50 Prozent bis 2030 in der Europäischen Union zu senken, ist ein sehr ambitioniertes Ziel“, so der Europa-Abgeordnete Alexander Bernhuber. „In Österreich sind wir hier schon am richtigen Weg, jedoch ist besonders wichtig, dass bei der Reduktion von C02-Emissionen die Landwirtschaft einen wesentlichen Teil dazu beitragen muss. Biogas könnte dazu rasch einen wesentlichen Beitrag leisten, wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, meint der niederösterreichische EU-Abgeordnete.

Mit Gas aus erneuerbaren Energien könnten so bis 2030 10% des österreichischen Gasverbrauches gedeckt werden. „Nur so können wir fossiles Gas zurückdrängen und gleichzeitig die gesetzten Ziele erreichen“, betont Bernhuber.