< Schmiedtbauer: „Klimawandel belastet unsere Wälder“

Bauernbund bekräftigt Nein zu Mercosur

Forderung nach CO2-Zöllen für importierte Lebensmittel an EU-Außengrenzen


(Wien, 18. September 2019) „Freihandel ja, aber sicher nicht zu Lasten heimischer Bauernfamilien. Wir dürfen klimaschädliche Handelspolitik nicht mit Zollsenkungen belohnen. Daher fordere ich ein klares Nein zu Mercosur und europaweite CO2-Zölle auf Lebensmittel aus Drittstaaten“, untermauert Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser sein Nein zum derzeit vorliegenden Freihandelspakt mit dem Mercosur-Staatenbund. 

„Unsere Bauernfamilien stehen angesichts der Klimakrise bereits mit dem Rücken zur Wand. Wir brauchen gerade jetzt eine ehrliche Klimapolitik. Daher müssen wir Handelsdeals, die zu Billigimporten aus Brasilien und Regenwaldrodungen führen, eine klare Absage erteilen“, so Strasser. Kommen die bis dato ausgehandelten 100.000 Tonnen Rindfleisch, 180.000 t Geflügelfleisch, 25.000 t Schweinefleisch und 180.000 t Zucker schrittweise weniger bezollt nach Europa, so lässt die EU-Kommission europäische Bauern ins offene Messer laufen. „Ich kann diese Doppelmoral bei Handelsfragen nicht verstehen. Die EU-Kommission will uns Mercosur als große Chance verkaufen. Angesichts des nahenden Brexit-Debakels und der geplanten Kürzungen beim Agrarbudget ist dieses Vorgehen einfach verantwortungslos“, unterstreicht Strasser. 

Import von Billigprodukten mit CO2-Zöllen einen Riegel vorschieben

„Wir werden auch damit aufhören müssen, Lebensmittel um den halben Globus zu transportieren. Und wenn wir uns das schon leisten wollen, dann muss klimaschädlich produziertes Fleisch aus Südamerika teurer werden als heimisches Qualitätsfleisch. Ich fordere daher CO2-Zölle für importiertes Fleisch an den EU-Außengrenzen. Klimaschädliche Agrarindustrie bestrafen und klimaschonende Landwirtschaft unterstützen“, so die Devise des Bauernbund-Präsidenten. „Wir als ÖVP-Bauernbund gehen hier sogar einen Schritt weiter und fordern neben dem Nein zu Mercosur europaweite CO2-Zölle auf importierte Lebensmittel. Es kann nämlich nicht sein, dass wir uns in Österreich und Europa immer höhere Umwelt- und Tierschutzstandards auferlegen und der Rest der Welt beim Klima- und Umweltschutz nicht mitmacht“, so Strasser. 

Faire Handelsabkommen sind für Österreichs Wirtschaft eine wichtige Säule. Gerade beim Marktzugang für die Industrie gibt es zweifellos Potential für österreichische Unternehmen. „Die Beibehaltung unserer hohen Qualitätsstandards bei Lebensmitteln und faire Marktbedingungen für die österreichische Landwirtschaft sind aber nicht verhandelbar. Ich fordere die politischen Verantwortungsträger auf, einer Unterzeichnung des Abkommens mit Mercosur in der derzeitig vorliegenden Form die Zustimmung zu verweigern“, so Strasser abschließend.