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Bauernbund: Lehnen klassische Gentechnik ab

Strasser fordert faktenbasierten Dialog über neue Züchtungsmethoden


(c) Gruber

(Wien, 26. April 2021) In Österreich ist der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen – ebenso wie in den meisten EU-Staaten – verboten. Dennoch nehmen Konsumenten heutzutage gentechnisch veränderte Lebensmittel, die aus anderen Teilen der Welt importiert werden, zu sich. „Für uns sind das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit der Konsumenten inklusive der damit verbundenen Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enorm wichtig“, stellt Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser fest.
„Die klassische Form der Gentechnik lehnen wir strikt ab. In Österreich produzieren wir Lebensmittel zu 100% gentechnikfrei, das soll auch so bleiben“, positioniert sich Strasser klar gegen die Gentechnik, was in Österreich schon fast zur nationalen Identität gehört. Dennoch wünscht er sich, wie in anderen Bereichen auch, einen faktenbasierten Dialog: „Wir müssen über die Verfahren neuer Züchtungsmethoden offen und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse diskutieren. MRNA-Impfstoffe, die auf Gentechnik basieren, aber nicht mit Genmanipulation gleichzusetzen sind, lehnen wir auch nicht pauschal ab – ganz im Gegenteil“, mahnt Strasser einen faktenbasierten Dialog ein.


Strasser für Einzelfallbewertung und starke Einbindung der Wissenschaft

Seit einigen Jahren arbeiten Wissenschaftler an neuen Methoden der Pflanzenzüchtung. Die neuen Techniken, etwa die Genschere CRISPR/Cas, machen punktgenaue Veränderungen im Erbgut einfach, schnell und kostengünstig möglich. Mit neuen Züchtungsmethoden stehen auch Werkzeuge für Präzisionslandwirtschaft zur Verfügung, welche im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels nicht außer Acht zu lassen sind. „Je präziser und genauer wir in der Landwirtschaft arbeiten können, desto besser für Umwelt- und Klimaschutz. Neue Züchtungsmethoden können viele Antworten auf die Fragen der Zukunft und der Versorgungssicherheit liefern“, stellt Strasser fest.


Im Erbgut werden einzelne Genome gelöscht oder umgeschrieben, um dadurch zum Beispiel in den Pflanzen schlummernde Krankheitsresistenzen zu aktivieren oder sie weniger empfindlich gegenüber Trockenheit zu machen. Eigenschaften, die in der Natur ohnehin vorhanden sind, lassen sich so bei anderen Sorten aktivieren, die hohe Erträge bringen. „Wir ziehen es vor, Methoden im Einzelfall intensiv zu prüfen und uns auf Basis dessen für einen umwelt- und klimaschonenden Weg zu entscheiden. Dieser Diskussion dürfen wir uns auch auf europäischer Ebene nicht verwehren, sondern müssen uns stetig weiterentwickeln. Das geltende EUGH-Urteil zeigt, wie diese neuen Züchtungsmethoden aktuell zu behandeln sind, aber das sollte nicht in Stein gemeißelt sein. Da dürfen wir uns der Forschung nicht verschließen. Bestes Beispiel ist die Forschung an mRNA-Impfstoffen gegen das Corona-Virus. Hier spielte dieses Verfahren eine wesentliche Rolle. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer basiert beispielsweise auf Gentechnik, ist aber keine Genmanipulation“, so Strasser.