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Bauernbund: „Minimalkompromisse bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln vermeiden“

Strasser begrüßt ersten Schritt von Bundesminister Anschober bei der Herkunftskennzeichnung, verweist aber auf die Umsetzung laut Regierungsprogramm


(c) Paul Gruber

(Wien, 27. Jänner 2020) Die transparente Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln ist seit Jahren eine zentrale Forderung des Bauernbundes. Ein erster Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums liegt jetzt vor. Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser ist damit jedoch noch nicht zufrieden: „Wir begrüßen den seit Monaten geforderten und endlich auf den Tisch gelegten Erstentwurf des Gesundheitsministeriums. Der Entwurf ist ein erster Schritt, enthält aber lediglich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung für die Produkte Rindfleisch und Eier. Das ist nicht im Sinne der Bäuerinnen und Bauern und des Regierungsprogrammes. Hier ist Bundesminister Anschober gefordert, noch einmal nachzuschärfen.“

Schmalspurkompromiss nicht im Sinne der Bäuerinnen und Bauern
Der vom Gesundheitsministerium vorgelegte Entwurf enthält lediglich eine Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung für die Produkte Rindfleisch und Eier. „Was jetzt vorliegt, ist nur eine abgespeckte Version der Herkunftskennzeichnung. Bei verarbeiteten Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung bei Rindfleisch und -erzeugnissen, Eiprodukten und bei Obst und Gemüse ist eine Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung rechtlich aber möglich“, sagt Strasser. Das bestätigt ein Rechtsgutachten von Europarechtsexperten Univ.-Prof. Dr. Walter Obwexer. 

Transparenz bei Lebensmitteln ist gemeinsames Ziel
Die vollständige Umsetzung des Regierungsprogramms ist weiterhin gemeinsames Ziel. „Unsere Bäuerinnen und Bauern und vor allem die Konsumentinnen und Konsumenten haben sich Klarheit und somit auch Wahlfreiheit in der Kantine und vor dem Supermarktregal verdient. Ich hoffe, dass wir die Herkunftskennzeichnung heuer endlich in vollem Umfang umsetzen und in Kraft treten lassen können“, so Strasser. „Die Menschen wollen Klarheit, was im Kantinenessen oder den Produkten drin ist und woher die Zutaten kommen“, schließt der Bauernbund-Präsident.