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Bauernbund: Rückkehr der Wölfe zwingt Bergbauern in die Knie

Fast täglich neue Wolfsrisse – Bauernfamilien ziehen die Reißleine und holen Tiere von den Almen, während NGO‘s Disneyalmen präsentieren


(c) Bauernbund


(Wien, 3. September 2020) Fast täglich gibt es in den Sommermonaten neue Meldungen von Wolfsrissen in Österreich. Die Verzweiflung unter den Bauern ist sehr groß, deshalb ergreifen Almbauern bereits drastische Schritte und treiben die Tiere frühzeitig in die Täler. „Betroffene Bäuerinnen und Bauern können nicht mehr zusehen, wie Tiere reihenweise gerissen werden und oft qualvoll verenden. Alle reden von Tierwohl und dann sieht man ständig Bilder von gerissenen Schafen, die Wölfen zum Opfer gefallen sind. Das passt nicht mehr zusammen,“ beschreibt Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser die Situation.   

Herdenschutz für alpinen Raum keine wirksame Lösung 
„Eher eine Beruhigungspille statt eine Lösung“, nennt Strasser die Maßnahmen für den Herdenschutz. „Weidezäune und Hirtenhunde sind für das Flachland vielleicht eine Option, aber nicht für die Bergregionen im Süd-Westen Österreichs und schon gar nicht für stark frequentierte Tourismusgebiete“, untermauert Strasser seine Argumentation mit einer Studie des Landes Tirol. Diese besagt, dass Zäune und Hunde im alpinen Gelände keine Lösung seien. „Herdenschutz alleine ist zu wenig. Hier braucht es weitreichendere Ansätze, um ein gutes Miteinander von Almwirtschaft, Tourismus und großen Beutegreifern zu garantieren“, fordert der Bauernbund-Präsident ein Ende der Scheindiskussionen.
 
Brauchen praxistaugliche Lösungen, keine PR-Gags von NGO‘s

Um das qualvolle Verenden von Nutztieren zu verhindern braucht es eine rasche und unbürokratische Entnahme von Problemwölfen. Zudem sollen sensible Zonen definiert werden, wo die Weidehaltung ohne Wölfe vonstattengehen kann. Es gibt bereits einige Länder in Europa, die solche Zonen definiert haben. „Es muss auch in Zukunft für unsere Bauern gefahrlos möglich sein, Alm- und Weidewirtschaft zu betreiben und somit die Kulturlandschaft zu erhalten. PR-Aktionen von NGO’s – wo in Tirol eine harmonische Disneyalm präsentiert wird – bringen weder den Nutztieren, noch den Bauernfamilien was“, schließt Strasser. 
 
In unserem Bauernbund-Podcast „Servus Agrarpolitik!“ sprechen wir mit dem Tiroler Bauernbund-Obmann Josef Geisler über die vielen Wolfsrisse in Tirol und die politischen Forderungen. Den Link zum Video-Podcast finden Sie auf www.youtube.com/watch; (Schluss)