< Pünktliche Überweisung der Agrarzahlungen ist Ergebnis einer verlässlichen Agrarpolitik für unsere Bauernfamilien

Bauernbund zieht Bilanz: „2020 ist vieles gelungen“

Am 26. Februar 2020, kurz bevor Österreich in den ersten Lockdown ging, haben über 3.000 Bäuerinnen und Bauern auf Initiative des Bauernbundes in allen Bundesländern vor Spar-Filialen mit über 1.500 Traktoren kraftvoll ihre Stimmen erhoben. Man war geschlossen in der Überzeugung, dass die Verteilung entlang der Wertschöpfungskette sich verändern müsse. „Beim Bauern muss mehr Geld ankommen, der Handel holt es sich sowieso!“, so Bauernbund-Präsident Abg. z. NR Georg Strasser und Bauernbund-Direktor Mag. Norbert Totschnig in einer gemeinsamen Bilanz zu Jahresende.


Strasser und Totschnig, 2017

(Wien, 21. Dezember 2020) „Bäuerinnen und Bauern haben sich vor und während der Krise und auch im jetzigen Lockdown als verlässliche Partner für den Lebensmitteleinzelhandel bewiesen. Das Bewusstsein für heimische Lebensmittel und deren Wert ist nachweislich gestiegen. Die Lebensmitteleinzelhändler werben deshalb noch stärker mit österreichischer Herkunft und Qualität“, stellt Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser fest. Diese Österreich-Treue hat zum Teil funktioniert, zumal es den Händlern auch starke Umsatzzuwächse ermöglicht. „Verlässliche Partnerschaft mit dem Handel ist uns wichtig. Jedoch sind wir der Meinung: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wir werden deshalb im Jahr 2021 regelmäßig Regionalitäts-Checks durchführen, damit die Österreich-Treue sichtbar machen und den Handel an seinen Taten messen. Begonnen haben wir mit der Butter“, so der Bauernbund-Präsident. 

Totschnig: Bundesregierung unterstützt Bauernfamilien mit 400 Millionen Euro

So wie jetzt, sind auch im Frühjahr Abnehmer und Absatzmärkte für Lebensmittel und agrarische Erzeugnisse plötzlich weggefallen. „Das spürten wir sehr schnell durch die Übermengen auf den Märkten. Die Bundesregierung hatte zu Jahresbeginn bereits ein umfassendes Entlastungs-Paket vereinbart, die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Agrarmärkte haben die Dringlichkeit dieser Maßnahmen verstärkt und die konkrete Umsetzung beschleunigt“, sagt Totschnig und führt weiter aus: „Auf unsere zum Teil langjährigen Forderungen hat die Bundesregierung mit einem historischen Entlastungspaket von über 400 Millionen Euro reagiert.“ Insgesamt wurden 24 Maßnahmen für die Land- und Forstwirtschaft beschlossen. Steuern runter, weiterentlasten in der Sozialversicherung und Investitionen in die Forstwirtschaft und den Klimaschutz ankurbeln, so die Devise. „Mit großer Zufriedenheit können wir sagen: Dank der sehr engen und effektiven Zusammenarbeit der Agrarspitze mit Bundesministerin Elisabeth Köstinger, LK-Präsident Josef Moosbrugger und Georg Strasser ist es gelungen das größte Entlastungspaket seit Jahrzehnten für die Land- und Forstwirtschaft durchzusetzen und das werden wir als Bauernbund auch selbstbewusst nach außen tragen!“, so der Direktor.

In aller Kürze: Wir haben viele Forderungen aus den verschiedensten Branchen aus ganz Österreich weitgehend abarbeiten können. Mit viel Verhandlungsgeschick und enormen Einsatz hat Bundeskanzler Sebastian Kurz beim Europäischen Rat das ursprünglich geplante Minus von 770 Mio. Euro im EU-Agrar-Budget auf ein Plus von rund 35 Mio. Euro drehen können. Bei all dem, was hier politisch gelungen ist, dürfen wir aber nicht außer Acht lassen, dass das Corona-Virus nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch unsere Agrarmärkte stark beeinflusst. Aktuell gerade beim Schweine- und Rindfleisch. Hier wird im Moment intensiv an machbare Lösungen für die betroffenen Branchen gearbeitet.

Strasser: Intensiver öffentlicher Diskurs liegt vor uns

Gerechtere Verteilung entlang der Wertschöpfungskette: „Es kann nicht sein, dass die Lebensmittelpreise im Regal laufend steigen, der Bauer aber seit Jahren gleiche oder sogar stagnierende Preise akzeptieren muss. Die Händler sollen ihre Gewinnrekorde haben, solange sie diese auch mit den bäuerlichen Urproduzenten teilen. Ansonsten bleibt es weiter schwierig, Einkommen für die Bauernfamilien zu erwirtschaften. Was es aus meiner Sicht braucht, ist ein intensiver öffentlicher Diskurs. Wir fordern einen Pakt mit dem Handel, der Gastronomie und den Konsumenten. Nur wenn wir an einem Strang ziehen, können wir die flächendeckende Land- und Forstwirtschaft in Österreich absichern und langfristig auch einen Beitrag zu mehr Klima- und Tierschutz leisten“, so Strasser. 

Die Herkunftskennzeichnung soll 2021 endlich umgesetzt werden. „Wir wollen mehr Transparenz und somit eine bessere Wahlfreiheit vorm Regal, in der Gemeinschaftsverpflegung, bei verarbeiteten Produkten und der Gastronomie. Bundesminister Rudi Anschober ist jetzt gefordert das, was im Regierungsprogramm zur Kennzeichnungspflicht verankert ist, 2021 endlich umzusetzen“, fordert Strasser den zuständigen Gesundheitsminister auf, endlich Taten zu setzen. Auch in der öffentlichen Beschaffung sieht die Bauernbund-Spitze gute Chancen. „Wenn Kantinen, Schulen und Kindergärten mit gutem Beispiel vorangehen, wird sich auch der Konsument deutlich mehr für Lebensmittel aus Österreich entscheiden“, so Strasser und Totschnig abschließend.