< Strasser: Regionale Beschaffung auf allen Ebenen jetzt umsetzen

Bernhuber zu Biodiversitätsstrategie: Schnellschuss zu Lasten der Landwirtschaft

Forderung nach Verschiebung der EU-Biodiversitätsstrategie auf Herbst 2020 / Gesamtheitlicher Ansatz für Umweltschutz notwendig / Land- und Forstwirtschaft als Teil der Klimalösung


Kilb, 13. Mai 2020. EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius bestätigte vor dem Umweltausschuss in Brüssel, dass die Biodiversitätsstrategie und die Farm-to-Fork Strategie kommende Woche präsentiert werden sollen. Kritik erntet der Kommissar während der Diskussion von Abgeordneten mit agrarischem Hintergrund: „Die Kommission muss die Pakete des Green Deals an den Lehren der Corona-Krise orientieren. Jetzt gilt es, der Versorgungssicherheit einen höheren Stellenwert zuzuschreiben, bevor unausgereifte Gesetze präsentiert werden“, sagt Alexander Bernhuber, Umweltsprecher der ÖVP im EU-Parlament. „So wie viele Kolleginnen und Kollegen hätte ich mir eine Überarbeitung der Gesetzesvorschläge bis Herbst 2020 erhofft.“
 
Bernhuber befürchte außerdem, dass die neuen Maßnahmen der Biodiversitätsstrategie zu Lasten der Landwirtschaft ausfallen würden: „Jeder einzelne Bürger hat die Verantwortung, die Natur zu schützen - nicht nur wir Landwirte. Leider konzentriert sich die Biodiversitätsstrategie überproportional auf strengere Vorgaben für die Landwirtschaft, obwohl 95 Prozent der Nutznießer der biologischen Vielfalt keine Landwirte sind. Dennoch gibt es für die urbanen Gebiete kaum verpflichtende Auflagen. Wenn wir einen ganzheitlichen Ansatz wollen, gibt es auch im urbanen Raum genügend Möglichkeiten, wie das Anlegen von Blumenwiesen in Gärten, oder Umdenken in der Grünraumbewirtschaftung in Städten, um einen wesentlichen Beitrag zu einer höheren Biodiversität zu erreichen. Wir können nicht einfach der Landwirtschaft den Schwarzen Peter zuschieben.“
             
Keine weiteren Belastungen für die Land- und Forstwirtschaft
„Die Europäischen Land- und Forstwirte dürfen keine wirtschaftlichen Nachteile von EU-Naturschutzvorgaben haben. Daher muss die EU-Forststrategie eine nachhaltige, standortangepasste Waldbewirtschaftung unterstützen“, sagt Bernhuber und verweist abschließend darauf, dass die Forstpolitik nationaler Kompetenz unterliegt.