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Schmiedtbauer zu Green Deal: „Anstrengungen der Land- und Fortwirte abgelten“

Nachhaltige „Farm to Fork“-Strategie / Konsequente Lebensmittel-Herkunftskennzeichnung / Starke EU-Forststrategie


Straßburg, 15. Jänner 2019

„Im Großen und Ganzen begrüße ich den europäischen Green Deal zum Wohlergehen unserer zukünftigen Generationen. Doch ist die Resolution des Europaparlaments sehr umfangreich und nicht alle Punkte sind für uns Land- und Forstwirte hilfreich. Weil der Beschluss eine klare Absage an die Atomkraft als geeignetes Mittel zum Klimaschutz darstellt, haben wir aber zugestimmt“, sagt Simone Schmiedtbauer, Landwirtschaftssprecherin der ÖVP im Europaparlament.

„Wir Land- und Forstwirte werden dafür natürlich unseren Beitrag leisten. Dafür brauchen wir aber die entsprechenden Rahmenbedingungen wie Stabilität, Planbarkeit, praxistaugliche Maßnahmen und vor allem die Abgeltung unserer Anstrengungen. Die gehen von der Versorgungssicherheit mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln über die CO2-Speicherung bis hin zur Pflege der Kulturlandschaft und den Erhalt der Artenvielfalt“, sagt Schmiedtbauer. „In den anstehenden Verhandlungen über die konkrete Umsetzung werde ich mich diese für die Land- und Forstwirtschaft wichtigen Punkte einsetzen.“

„Hier geht es auch um den Willen, unsere Berufsgruppe zur erhalten. Es geht um Existenzen und einen lebenswerten ländlichen Raum.“, sagt Schmiedtbauer. „Ein wichtiges Element im Green Deal dafür ist die Strategie für nachhaltige Lebensmittelerzeugung „vom Erzeuger bis zu Verbraucher“ oder „from Farm to Fork“, wie es auf Englisch heißt. Dabei müssen wir darauf achten, dass die Umwelt- und Klimastandards in der Landwirtschaft nicht einseitig in Europa erhöht werden und bloß unsere Bäuerinnen und Bauern belasten, sondern dürfen auch den globalen Blick nicht verlieren. Eine moderne, klimafreundliche Landwirtschaft braucht Standards, die auch weiterhin eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Lebensmittelproduktion in Europa gewährleisten.“

„Denn Lebens- und Futtermittel müssen nicht quer über den Atlantik fliegen. Hier wäre es scheinheilig, mit zweierlei Maß zu messen - Importe aus Drittstaaten müssen den Umwelt- und Klimastandards der EU entsprechen“, sagt Schmiedtbauer. „Damit sich die Konsumenten tatsächlich für Klima und Umwelt entscheiden können, brauchen wir eine konsequente und transparente Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel. Denn regionale Produkte bestechen nicht nur durch ihre hohe Qualität, sondern haben auch kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher und schonen daher das Klima.“

„Nicht zuletzt brauchen wir eine starke EU-Forststrategie, die auch in Zukunft die aktive und nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder stärkt. Denn die Wälder Europas haben eine immense CO2-Senkenwirkung und großes Potenzial, fossile Ressourcen durch erneuerbare Ressourcen zu ersetzen. Das muss im Green Deal berücksichtigt werden“, schließt Schmiedtbauer.