< Schmiedtbauer: "Investitionen in die ländlichen Regionen für eine gute und lebenswerte Zukunft"

Schmiedtbauer/Waitz: EU-Kommission präsentiert Vorschlag zu mobiler Schlachtung direkt am Hof

Erste Schritte in richtige Richtung: Regionale Lebensmittelproduktion wird weiter vorangetrieben


Brüssel, 5. Februar 2021. Geplante Änderungen zur mobilen Schlachtung direkt am Hof präsentierte die EU-Kommission im Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments gestern, Donnerstag. Sie kündigt an, dass die Schlachtung direkt am Hof unter Einhaltung von Sonderegeln künftig ausgedehnt werden soll. So könnten in Zukunft etwa auch schwer handhabbare, große Nutztiere (max. 6 Schweine und 3 Rinder pro Schlachtgang) direkt am Hof geschlachtet werden, sofern ein Veterinärmediziner anwesend ist. Das Ausbluten der Tierkörper könne am Hof stattfinden, das Fleisch müsse jedoch innerhalb von zwei Stunden in einem dafür vorgesehenen und entsprechend ausgestatteten Raum verarbeitet werden, so die EU-Kommission. Die finalisierten Sonderregelungen werden dem EU-Parlament in den nächsten zwei Wochen zur Begutachtung vorgelegt.

 
Die Europaabgeordnete Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP, und Thomas Waitz, Grünes Mitglied des Agrarausschusses und Ko-Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei, begrüßen den lange geforderten Vorstoß der EU-Kommission zur lokalen Schlachtung, zeigen sich jedoch nicht überzeugt von dessen Praxistauglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
 
„Regionale Kreisläufe, kleine Strukturen, handwerkliches Wissen und Können - das ist es was wir stärken und wo wir uns wieder hin entwickeln müssen, wenn wir die Vision der Farm-to-Fork-Strategie ernst nehmen. Die EU-Kommission ist dazu verpflichtet, Widersprüche in der EU-Gesetzgebung auszuräumen. Der angekündigte Vorschlag zur Förderung lokaler und alternativer Schlachtmethoden bedarf Nachbesserungen in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, die mobile Schlachtung anwenden möchten, doch ist er ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagt Schmiedtbauer. 
 
„Es ist erfreulich, dass die EU-Kommission endlich einen neuen Vorschlag vorlegt. Die Farm-to-Fork Strategie sieht eine Regionalisierung und kürzere Produktionswege für unsere Lebensmittel vor. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die bisher angekündigten Sonderauflagen einen zu großen zusätzlichen Kostenfaktor für unsere Bäuerinnen und Bauern darstellen und ob es nur weitere Schikanen für unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft sind“, schließt Waitz.