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Strasser: "Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik auf EU-Ebene sicherstellen"

Utl.: Ambitionierte Klimaziele brauchen ambitionierte Finanzierung


(c) Paul Gruber

(Wien/Berlin, 17.Jänner 2020) Die Internationale Grüne Woche 2020 stand ganz im Zeichen der neuen Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser sieht große Herausforderungen in der Ausfinanzierung der Agrargelder und unterstreicht deshalb die große Bedeutung der in Österreich bereits seit Jahrzehnten gelebten ökosozialen Marktwirtschaft für die Ausrichtung der künftigen GAP. „Die kommenden Monate werden verhandlungsintensiv. Es kommen auch angesichts des Brexit harte Budgetverhandlungen auf uns Agrarvertreter zu. Für mich ist eines aber glasklar: Ambitionierte Klimaziele brauchen ambitionierte Finanzierung", stellt Strasser bei einer Pressekonferenz in Berlin gemeinsam mit Bundesministerin Eisabeth Köstinger und LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger fest. 

Er fordert unterdessen eine vollständige Ausfinanzierung der GAP und eine dementsprechende Absicherung in den Übergangsjahren ein. "Die ökosoziale Vorreiterrolle, die Österreichs Landwirtschaft einnimmt, muss ohne Zweifel belohnt werden. Deshalb müssen die Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik  auf EU-Ebene sichergestellt oder notfalls auf nationaler Ebene ausgeglichen werden. Nachdem der Start der neuen GAP-Periode noch nicht in trockenen Tüchern ist, ist eine vollständige Ausfinanzierung der derzeitigen GAP in den Übergangsjahren ein Muss. Alles andere hätte für unsere Familienbetriebe fatale Folgen", kämpft Strasser um jeden Cent für die bäuerlichen Familienbetriebe. Erfreulich ist für den Bauernbund auch die Zusage des neuen polnischen EU-Agrarkommissars Janusz Wojciechowski, der die Kürzungen im EU-Agrarbudget überdenken will. 

Nicht am falschen Ort sparen
Die geplanten Kürzungen der GAP-Mittel treffen laut dem Bauernbund-Präsidenten die Falschen. "Für die künftige GAP erwarte ich mir eine starke zweite Säule. In Österreich brauchen wir Mittel, um das Synergiepotential zwischen Landwirtschaft und Tourismus besser zu nutzen", sagt Strasser. Eine standortgerechte Landwirtschaft soll das Ziel sein. "Wir müssen alles daransetzen, unsere Importabhängigkeit zu vermindern und regionale Betriebsmittel- und Stoffkreisläufe zu schließen. Klares Ziel ist ein GVO-freies AMA-Gütesiegel und der vermehrte Einsatz von Eiweiß und Soja aus Österreich und Europa. Und nicht zuletzt braucht es auch für die Junglandwirte finanzielle Anreize. Sie sind die Innovationsmotoren am Land. Sie leiten das digitale Zeitalter in der Landwirtschaft ein. Deshalb fordere ich hier vollste Unterstützung seitens der EU“, so Strasser. 

Auf der Internationalen Grünen Woche präsentiert sich Österreich kulinarisch von seiner besten Seite. Die Messe wurde als Plattform für Gespräche mit Agrarvertretern aus Deutschland, Bayern, Südtirol, Liechtenstein und der Schweiz genutzt.