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Strasser sieht Potenzial für Windkraft im Wald

Forstwirte können wesentlich dazu beitragen, die Klimaziele bis 2030 zu erreichen


(c) Pototschnig

(Wien, Bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Windenergienutzung rücken zunehmend auch Waldflächen in den Fokus. In den Mittelgebirgsregionen, wo der Wald vielfach für forstwirtschaftliche Zwecke genutzt wird, gibt es gute Standorte. „Die Kombination aus Wald- und Windnutzung kann für Forstwirte ein attraktives Einkommensmodell und eine Chance zur Diversifizierung sein“, meint Bauernbund-Präsident Abz. Z. NR DI Georg Strasser. 

„Grundsätzlich müssen wir uns in Österreich intensiver damit beschäftigen, welchen Zentimeter Boden wir wie nutzen. Beim Standort Wald können wir gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen. Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald bindet einerseits viel CO2, andererseits ist Holz ein essentieller Lieferant für Erneuerbare Energien und Baustoffe“, erklärt der Bauernbund-Präsident im Zuge einer Windparkbesichtigung im steirischen Mürztal. 

Er sieht aber auch in der Ausweitung der Windenergieproduktion ein gewisses Potenzial für bäuerliche Waldbewirtschafter. „Durch die Diversifizierung können Bauern zusätzliches Einkommen generieren. Etwa durch die Verpachtung der Waldfläche, als Dienstleister für Schneeräumarbeiten rund um alpine Standorte oder durch eine direkte Beteiligung an Windkraftanlagen“, will Strasser die ökonomischen Vorteile der Energiewende für die Land- und Forstwirtschaft nutzen.  Was bäuerliche Waldbewirtschafter zusätzlich noch schaffen, sind etwa ökologische Ausgleichsflächen. Ein natur- und umweltverträglicher Ausbau der Windenergie ist von zentraler Bedeutung. Zielkonflikte mit Natur- und Artenschutz sowie der Jägerschaft sind vorprogrammiert. Auch die Gemeinden und Anwohner müssen miteingebunden werden.

Regionale Verteilung ist wichtig: „Regionen mit hohen Waldanteilen können durch die Windenergienutzung auf forstwirtschaftlichen Flächen ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Forstflächen sind meist unbesiedelt und die Funktionen des Waldes bleiben weitestgehend erhalten“, plädiert Strasser auf ein gutes Miteinander von bäuerlichen Bewirtschaftern, Umwelt und Bevölkerung. 

Klimaziele: Die Forstwirtschaft kann liefern
Wie alle andere Sektoren muss auch die Land- und Forstwirtschaft – als vom Klimawandel am stärksten betroffener Sektor – neue Maßnahmen zum Schutz des Klimas ergreifen und so rasch wie möglich auf Erneuerbare Energien umstellen. „Unser Ziel ist eine hoch modernisierte Land- und Forstwirtschaft, die als erster Wirtschaftszweig auf Erdöl verzichten kann. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten der regionalen Wertschöpfung. Eine harmonische Kombination aus Windenergie und nachhaltiger Waldbewirtschaftung ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten“, schließt Strasser.